Sanierung mit Tücken

Die Pestalozzischule in Uelzen soll saniert werden. Doch mäöglichertwe

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Zunächst hatte die Kreisverwaltung zwei Millionen Euro für grundlegende Sanierungsarbeiten in der Uelzener Pestalozzischule angesetzt. Doch jetzt liegen neue Zahlen auf dem Tisch – und die ließen bei den Mitgliedern des Kreisausschusses die Alarmglocken klingeln: Etwa 3,7 Millionen Euro müsste der Landkreis aus Eigenmitteln für die Sanierung der aus den 70er-Jahren stammenden Förderschule aufwenden. Ein kompletter Neubau würde sogar mit rund 10,2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Wie berichtet, soll dort das Kompetenzzentrum der Berufsbildenden Schulen (BBS) II für die Erzieher-Ausbildung eingerichtet werden.

Die Gründe für die zu erwartenden höheren Ausgaben: Es müssen schädliche Baustoffe bei der Sanierung entfernt werden. Zudem muss der Brandschutz in der Pestalozzischule umfassend erneuert werden. Hinzu kommen die EDV-Einrichtung, der Austausch der Lüftungsanlage und die Sanierung der Elektroleitungen.

„Alle im Kreisausschuss waren erschrocken über die Kosten – ich auch“, sagte Landrat Theodor Elster gestern gegenüber der AZ. Deshalb hat das Gremium die Kreisverwaltung beauftragt, eine Alternativlösung zu prüfen: Sie soll bis zur nächsten Kreisausschuss-Sitzung in drei Wochen die Kosten ermitteln, die bei einer baulichen Erweiterung des bestehenden BBS-II-Standortes an der Esterholzer Straße entstehen würden.

„Das Ziel ist, so wenig Geld wie möglich auszugeben“, fasste Elster die Marschroute von Politik und Verwaltung zusammen. Sollte die Sanierung der Pestalozzischule teurer werden als ein Anbau an der Esterholzer Straße, könnte das geplante Kompetenzzentrum möglicherweise am dortigen BBS-II-Gebäude errichtet werden. „Dort gibt es auch genügend Platz für eine Erweiterung“, sagte der Landrat.

Die geschätzten 3,7 Millionen Euro für die Pestalozzischule seien aber nur ein Teil der Gesamtkosten der Renovierung, gibt CDU-Kreistagsfraktions-chef Claus-Dieter Reese zu bedenken. Hinzu kämen Zuschüsse in Höhe von 540 000 Euro aus dem Konjunkturpaket, ebenso geplante Ausgaben für die Einrichtung der Großküche des Kompetenzzentrums. „Am Ende werden wir bei über fünf Millionen Euro landen“, erläutert Reese. Auch er zeigte sich gestern von den neuen Zahlen „völlig überrascht“.

Die Kostenermittlung für den Anbau an der Esterholzer Straße hält Reese für dringend erforderlich: „Das muss sein, damit man uns nicht nachsagen kann, wir hätten nicht alles überprüft.“ Sollte letztlich die Entscheidung zugunsten der Pestalozzischule fallen, müsse diese zügig saniert werden, um den bisherigen BBS-II-Standort an der Veerßer Straße schließen zu können und dadurch Betriebskosten zu sparen.

SPD-Fraktionschef Jacques Voigtländer ist unterdessen überzeugt: „Die Verwaltung hat bei den Kostenvoranschlägen zu sorglos agiert.“ Dennoch gebe es zur Schaffung zusätzlicher Räume für das Kompetenzzentrum keine Alternative: „Man muss da durch oder es sein lassen. Doch man hat dort schon so viel Geld reingesteckt, dass man es nicht mehr sein lassen kann.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare