Altes Rathaus: Verwaltungsausschuss genehmigt mit großer Mehrheit zusätzliche 600 000 Euro

Die Sanierung geht weiter

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Erleichterte Mienen: Bürgermeister Otto Lukat (links), Stadtsprecherin Ute Krüger und Baudezernent Karsten Scheele-Krogull geben gestern Nachmittag den Beschluss des Verwaltungsausschusses bekannt: Weitere 600 000 Euro sind genehmigt, der Umbau des Alten Uelzener Rathauses soll fortgesetzt werden.

Uelzen. Otto Lukat fällt ein Stein vom Herzen: Der Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt Uelzen hat in seiner Sitzung am Montag „mit deutlicher, klarer Mehrheit“ der weiteren Sanierung des Alten Rathauses zugestimmt, verkündete der Bürgermeister gestern Nachmittag.

„Mit diesem Beschluss sind die Mitglieder des Verwaltungsausschusses ihrer Verpflichtung nachgekommen, mit dem historischen Erbe der Stadt richtig umzugehen und es für weitere Generationen zu erhalten“, so Lukat. Der VA hat mit seiner Entscheidung weitere 600 000 Euro freigegeben, die für die Sanierung erforderlich geworden waren. Wie berichtet, hatte sich der Umbau des Alten Rathauses wegen unvorhersehbarer Schwierigkeiten im Untergrund von 2,6 Millionen Euro auf 3,2 Millionen Euro verteuert.

Auch Uelzens Baudezernent Karsten Scheele-Krogull ist froh, dass die Arbeiten an dem rund 600 Jahre alten Gebäude mitten in der Stadt nun weitergehen können. Nicht zuletzt seine Gegenüberstellung der Alternativen „Weitere Sanierung“ und „Einstellen der Arbeiten“ hat den VA maßgeblich überzeugt. Denn: „Für knapp eine Million Euro würden wir für die nächsten Jahre eine Ruine haben, für weitere 250 000 Euro ein vollständig saniertes Haus“, so Scheele-Krogull. Während nämlich eine Stilllegung und Absicherung des Gebäudes – zunächst einmal für fünf Jahre – rund 450 000 Euro kosten und zusammen mit den bereits investierten 450 000 Euro eine Gesamtsumme von einer knappen Million Euro ergeben würde, läge der Eigenanteil der Stadt für eine fertige Sanierung bei 1,25 Millionen Euro (der Rest wird durch Zuschüsse aus Ziel-1-Fördertöpfen gedeckt).

Eine Stilllegung des Gebäudes hätte unter anderem zur Folge, dass die Arkaden zugemauert werden müssten, um die Standfestigkeit zu gewährleisten. Außerdem wären Stützkonstruktionen an der Nordost-Seite des Alten Rathauses fällig, weil sich das Gebäude hier absenkt – 40 Zentimeter ist es an dieser Stelle bereits abgesackt. Außerdem müsste die WC-Anlage wiederhergestellt werden, so Scheele-Krogull, und die Stadt müsste bereits erteilte Planungsaufträge bezahlen. Zuschüsse würden im Falle einer Stilllegung auch nicht fließen, weil die Sanierung nicht abgeschlossen wurde. Eventuelle Rückforderungen von Zuschüssen, die das Land Niedersachsen im Rahmen eines Gesamtpaketes mit mehreren Maßnahmen genehmigt hat (AZ berichtete), wurden in die Überlegungen nicht mit einbezogen.

Wird der Umbau derweil fortgeführt, gibt es besagte Ziel-1-Fördermittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Die Stadt versucht außerdem, für die entstandenen Mehrkosten von 600 000 Euro Zuschüsse aus Denkmalschutzprogrammen zu bekommen. „Die Chancen hierfür“, räumt der Baudezernent ein, „sind allerdings nicht besonders groß. Wir werden aber versuchen, Wege zu finden, die die Not der Stadt erkennen lassen und vielleicht eine Summe X ermöglichen.“ Denn die Förderbank des Landes, die N-Bank, fördert die plötzlichen Mehrkosten von 600 000 Euro nicht, hat allerdings grünes Licht gegeben, dass dafür von anderer Stelle Fördermittel eingeworben werden dürfen.

Immer wieder öffentlich geäußerten Forderungen nach einem Verkauf oder Abriss erteilt Scheele-Krogull in diesem Zusammenhang eine klare Absage: „Die Stadt Uelzen ist verpflichtet, das Alte Rathaus zu erhalten und darf es aus Denkmalschutzgründen nicht abreißen.“ Außerdem habe man im Vorfeld ein halbes Jahr lang mit vielen Interessenten über einen Verkauf verhandelt. „Aber kein Privater kann und will das finanzielle Risiko eines Umbaus tragen“, berichtet der Baudezernent. „Und wäre es zu einem Verkauf gekommen, hätte die Stadt Uelzen das Gebäude wahrscheinlich schon zurückbekommen, weil jeder Investor vor der gleichen Situation gestanden hätte wie wir jetzt.“

Um die zusätzlichen 600 000 Euro zu berappen, habe das Gebäudemanagement bereits weitere Einsparungsvorschläge im Haushalt 2013 vorgebracht, so Scheele-Krogull. Die Entscheidung darüber fällt letztendlich der Stadtrat.

Von Ines Bräutigam

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