Suchtberatung mit Rucksack

Sandra Katheininger ist Streetworkerin in Uelzen

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Sandra Katheininger schnallt den Rucksack um: Die Streetworkerin ist in Sachen Suchtberatung unterwegs. Informationsmaterial hat sie stets dabei. 

Uelzen/Landkreis – Mit Sandra Katheininger hat nun eine Streetworkerin in der Hansestadt Uelzen ihre Arbeit aufgenommen, die sich gezielt um den Themenbereich „Drogenkonsum bei Jugendlichen“ kümmern wird.

Christiane Steckelberg, Fachstelle für Sucht undPrävention

Die Stelle wurde aus gutem Grund ausgeschrieben: In der Uelzener Fachstelle für Sucht schlagen verstärkt Jugendliche aus dem Stadtgebiet auf, die unter Drogeneinfluss mit dem Gesetz in Konflikt gerieten und vom Gericht Auflagen zu Gesprächen erhielten. „Von den Sozialarbeitern an Schulen ist auch zu hören, dass es Bedarf gibt, mit Schülern über das Thema zu reden“, so Christiane Steckelberg von der Fachstelle Sucht.

Sandra Katheininger, 28 Jahre alt und studierte Sozialarbeiterin, hat mit Jugendlichen bereits gearbeitet, hat auch Erfahrungen in der Suchtberatung gesammelt. Wenn Uelzener Schulen es wünschen, kommt sie in die neunten Klassen, klärt über die Risiken des Drogenkonsums auf. Sprechstunden bietet sie zudem im Jugendzentrum Baxx an. Dreimal die Woche ist sie in Uelzen unterwegs, sucht Plätze auf, an denen sich Jugendliche treffen. „Es geht nicht darum, die Jugendlichen von den Plätzen zu vertreiben“, sagt Sandra Katheininger. Vielmehr wolle sie Ansprechpartnerin sein, biete an, dass mit ihr vertrauensvoll über eine mögliche Drogensucht gesprochen werden könne.

Wo sie anzutreffen ist, wie ihre Arbeit aussieht, das erklärt die 28-Jährige in einem eingerichteten Instragram-Profil: streetwork_uelzen .

Katheiningers Arbeit wird derzeit mithilfe der Uelzener Greyer-Stiftung finanziert. Angestellt ist sie über den Verein Lebensraum Diakonie, der auch die Fachstelle für Sucht und Prävention unterhält. Wenn Jugendliche von Drogen loskommen wollen, können ohne größeren Aufwand so Kollegen der Suchtberatung hinzugezogen werden. Verknüpft ist die Arbeit Katheiningers auch mit dem HaLt-Projekt (Hart am Limit), bei dem Aufklärung an Schulen in Sachen Alkoholkonsum geleistet wird. Die 28-Jährige ist nun im Landkreis Uelzen auch für diese Aufgabe zuständig. Das bietet sich an: Bei ihrer aufsuchenden Arbeit in Uelzen trifft sie womöglich auf Heranwachsende, die vielleicht nicht Drogen konsumieren, aber zu viel Alkohol trinken.

VON NORMAN REUTER

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