„Faible für alte Sachen“: Karl-Heinz Günther sammelt Bierflaschen mit Bügel

Vom Sammelfieber gepackt

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Uelzen-Westerweyhe „Langsam wird es schwer, noch eine zu finden“, lacht Karl-Heinz Günther. Der Westerweyher pflegt seit nunmehr 33 Jahren eine ungewöhnliche Sammelleidenschaft: Flaschen, besonders Bierflaschen, haben es ihm angetan.

Ob groß, klein, alt oder jung – nur eine Bedingung stellt der 51-Jährige an die potenziellen Sammelstücke: Einen Bügelverschluss müssen sie haben. Und gerade das gestaltet die Suche nach neuen Exemplaren so schwierig, denn die sind heute nur noch selten zu finden.

Im Keller der Familie Günther dafür zuhauf. Rund 1400 Exemplare umfasse sein heimisches Flaschenmuseum mittlerweile, schätzt Günther. Und jährlich kommen noch etwa fünf bis zehn Exemplare hinzu. Die finde er beim Pilze sammeln im Wald oder auf Flohmärkten –meistens aber käme ihm seine Verbundenheit zum Landkreis zu Gute. Denn als alteingesessener Westerweyher wüssten die Leute um sein Hobby. Gelegentlich findet er deshalb Tüten vor seiner Tür, befüllt mit – ja was wohl? – Bierflaschen.

„Mein Steckenpferd ist die Uelzener Brauerei“, erklärt der Liebhaber und zeigt stolz Gläser, Flaschen und – ganz besonders wertvoll – die Kutscherjacke eines früheren Bierverteilers der Brauerei-Gesellschaft. Diese füllte die letzte Flasche im Frühjahr 1983 ab. So ist es auch ein Stück Heimatgeschichte, die Günther dokumentiert.

Angefangen hat alles vor 33 Jahren, als er in einem Lichtschacht in Uelzen die erste Bügelverschlussflasche fand und sich prompt mit einem Virus infizierte. Die Infektion klang ab, das „Sammelfieber“ blieb.

Besonders stolz ist Karl-Heinz Günther heute auf die kleinste Flasche der Welt, die neben dem Drei-Liter-Gefäß aus der „Schmunzelecke“ für besonders ausgefallene Exemplare wie ein Kinderspielzeug wirkt. Apropos Kinder: „Früher zählte das Bier, natürlich in geringprozentiger Form, zu den Grundnahrungsmitteln – auch für Heranwachsende“, erklärt Günther.

Der Familienvater kann zu fast jedem der 1400 Stücke eine Geschichte erzählen. Besonders spannend: die älteste Flasche seiner Sammlung. „Die habe ich auf einer Reise nach England gefunden – auf einem Flohmarkt. Sie stammt vermutlich aus dem englischen Hafen des 16. Jahrhunderts.“ Überraschungen finden sich aber nicht nur im Güntherschen Keller. Auch sonst hat der 51-jährige Heizungs- und Sanitärbaumeister „ein Faible für alte Sachen“, zum Beispiel Oldtimer.

Um seine kleine Ausstellung auch für Besucher etwas „aufzuhellen“, wird die private Sammlung zudem durch Untersetzer, Gläser, Kneipenmobiliar und –„wenn sie besonders schön ist“–auch schon mal die eine oder andere Flasche mit Deckel ergänzt. Günther: „Man muss schon ziemlich verrückt sein. Ich bin aber ein ganz normaler Mensch – seit 17 Jahren verheiratet, Hobbyfotograf und Motorradfan, im Vereins- und Politikleben engagiert“, fügt er an.

Bloß nicht einbilden solle man sich, so der 51-jährige, er habe die Flaschen alle selbst geleert. Er sei zwar leidenschaftlicher Biertrinker, aber so weit ginge die Liebe nun doch nicht.

Von Anna Petersen

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