Straßenmeistereien haben sich auf einen harten Winter eingestellt – bislang vergeblich

Die Salzlager sind randvoll

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Die Salzlager sind voll: Wegen des milden Winters musste die Straßenmeisterei Holdenstedt bislang erst vier Mal streuen. Dabei könnte man seit Neuestem notfalls auch auf Reserven in einem extra eingerichteten Zentrallager zurückgreifen.

Uelzen. Aus den Erfahrungen von zwei harten Wintern, die einen Mangel an Streusalz-Reserven offenbarten, hat man gelernt: Für die kalte Jahreszeit 2011/2012 wurde eigens ein Zentrallager für die 73 Straßenmeistereien in Niedersachsen eingerichtet. Dort lagern 30 000 Tonnen Streusalz als Notreserve, sollten die eigenen Bestände aufgebraucht sein und es wieder zu Liefer-Engpässen bei den Anbietern kommen.

Nach solchen Szenarien sieht es derzeit nicht aus: „Unsere Salzlager sind randvoll“, berichtet Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der Straßenmeisterei Holdenstedt. Fast 800 Tonnen Streusalz hält man allein hier bereit. Diese Vorräte in einem Winter drei Mal wieder aufzufüllen, sei bei Bedarf auch kein Problem. Der Holdenstedter Fuhrpark umfasst acht Streufahrzeuge, pro Morgen kommen fast 32 Tonnen Salz auf die Straßen.

Erst vier Mal habe man in diesem Winter streuen müssen. Der Zuständigkeitsbereich der Straßenmeisterei umfasst 2,1 Millionen Quadratmeter. „Pro Quadratmeter werden 15 Gramm Salz verteilt und in der Regel wird bei einem Einsatz der komplette Bereich gestreut“, erklärt Kapak-Wendt. Temperaturen unterhalb der Fünf-Grad-Marke setzen die Straßenmeistereien in Alarmbereitschaft. Bei nächtlichen Kontroll-Fahrten wird sich dann vom Zustand der Straßen überzeugt. „Sollte es glatt sein, wird umgehend gestreut“, so Kapak-Wendt weiter. Aber da die Streu-Fahrzeuge um 6 Uhr schon wieder vom Einsatz zurück seien, bekämen die meisten Bürger davon nicht unbedingt etwas mit. Die Kontrollen können jedoch nicht alle Glätte-Eventualitäten abdecken: „Es kommt vor, dass die Straßen bei etwa 3 Grad die ganze Nacht gut befahrbar waren“, erklärt Kapak-Wendt. „Kurz vor Sonnenaufgang – gegen halb acht – kommt dann nochmal ein richtiger Kälteeinbruch und so bildet sich ganz kurzfristig manchmal doch Straßenglätte.“

In diesen Fällen sei der Berufsverkehr natürlich unmittelbar betroffen. Den extrem hohen Verbrauch der beiden Vorjahre erklärt die 49-Jährige auch mit dem damals gewaltigen Schneeaufkommen: „Schnee frisst Salz.“ Die überfrierende Nässe, mit der man es im Moment vornehmlich zu tun habe, sei wesentlich einfacher zu bekämpfen, als der sich ständig erneuernde und liegen bleibende weiße Niederschlag. 72 Einsätze fuhr man im Winter 2010/2011, 2800 Tonnen Salz wurden dabei auf den Bundes- und Landstraßen im Kreis verteilt. Wie streng oder mild ein Winter ausfällt, ließe sich ohnehin schwer voraussagen. Kapak-Wendt: „Das ist ähnlich wie bei jedem Wetterbericht – alles, was über die Drei-Tage-Prognose hinausgeht, ist reine Spekulation.“ Und für den Streudienst der Straßenmeisterei sei ohnehin jede Nacht aufs Neue eine Einzelfallentscheidung.

Zu der Frage, was mit all dem vermeintlich vergeblich eingelagerten Streugut geschehe, erklärt Kapak-Wendt: „Da unsere Vorräte vor Feuchtigkeit geschützt sind, ist das Salz durchaus drei bis vier Jahre haltbar.“ Außerdem sei der Winter noch lange nicht vorbei. Noch bis in den April hinein könne es durchaus zum Einsatz kommen. Die Notreserven des neu eingerichteten Zentrallagers werden aber auch bis dahin wohl nicht in Anspruch genommen.

Von Karsten Tenbrink

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