Straßenmeistereien und Betriebliche Dienste sind für Winterdienst gerüstet

Salz-Mission für fast 1000 Kilometer im Kreis Uelzen

Erst auf dem sogenannten Streuteller mischen sich Streusalz und Sole zu jenem Gemisch, das auf einer Breite von rund sieben Metern auf die Straße geschleudert wird.
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Erst auf dem sogenannten Streuteller mischen sich Streusalz und Sole zu jenem Gemisch, das auf einer Breite von rund sieben Metern auf die Straße geschleudert wird.

Uelzen/Landkreis – Auch wenn die Temperaturen aktuell nachts und am frühen Morgen von der Frostgrenze noch ein Stück weit entfernt sind:

Die beiden Straßenmeistereien in Uelzen und die Hansestadt selbst sind gerüstet für das, was der Winter 2020/2021 womöglich an Glätte durch Raureif, überfrierende Nässe, Eisregen oder Schneefall bereithalten wird.Die salzige Mission auf fast 1000 Kilometern kann beginnen. 

Der letzte Winter war ja gar keiner

An der Holdenstedter Straße, wo die Straßenmeisterei Uelzen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ansässig ist, sind sämtliche Fahrzeuge für den Winterdienst ebenso vorbereitet und die Lager mit Streusalz gefüllt wie bei der Kreisstraßenmeisterei an der Wendlandstraße in Oldenstadt und wie in den Bartholomäiwiesen bei den Betrieblichen Diensten der Hansestadt.

Der Winter 2019/2020 war übrigens im Rückblick einer der harmloseren: Auf den Bundes- und Landesstraßen im Kreis Uelzen wurden nur 18 statt der sonst üblichen 40 Einsätze gefahren und 1000 statt sonst 2500 Tonnen Salz gestreut. Auf den Kreisstraßen sogar nur deren sechs und damit „so wenige wie noch nie“, wie Reiner Ripke, Einsatzleiter bei der Kreisstraßenmeisterei, erläuterte. Die AZ bündelt hier alle wichtigen Fakten für die bevorstehenden Wintermonate.

Stadtgebiet Uelzen

Leiterin Manuela Kapak-Wendt und ihr Team sind einsatzbereit.

Einsatzbereitschaft: Die Betrieblichen Dienste der Hansestadt Uelzen haben für den Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April 2021 einen Winterdienstplan aufgestellt. Fahrzeuge/Mitarbeiter: Im entsprechenden Plan „sind vier Lkw-Touren auf den Fahrbahnen und elf Kleinfahrzeug-Touren für die Geh- und Radwege eingeplant“, erläuterte Stadtsprecherin Ute Krüger auf AZ-Anfrage. Dafür stehe ein Pool von 60 Mitarbeitern zur Verfügung, die in drei Kolonnen eingeteilt würden, sodass jeder Mitarbeiter alle drei Wochen Winterdienst-Bereitschaft habe, sofern die Witterung das erfordere.

Zuständigkeit: Auf einer Gesamtlänge von 132,2 Kilometern Straße im Stadtgebiet erfolgt der städtische Winterdienst. Die Fläche beziehungsweise Strecke der Geh- und Radwege sei bisher nicht erfasst worden.

Taumittel: Die Betrieblichen Dienste haben 150 Tonnen Salz und 350 Tonnen Sand-Salz-Gemisch (Verhältnis 10:1) im Silo beziehungsweise in der Sand-Salz-Halle eingelagert. Bei Bedarf wird innerhalb von 48 Stunden Salz nachbestellt. Das Salz wird für die Fahrbahn verwendet und das Sand-Salz-Gemisch für die Geh- und Radwege.

Kreisstraßen

Einsatzbereitschaft: Von Mitte November bis mindestens Mitte März 2020 greifen bei der Kreisstraßenmeisterei besondere Dienstpläne für den Winterdienst.

Die Straßenmeisterei in Holdenstedt ist für die Bundes- und Landesstraßen zuständig.

Fahrzeuge/Mitarbeiter: Wie Reiner Ripke, Einsatzleiter bei der Kreisstraßenmeisterei, im Gespräch mit der AZ erläuterte, werden für den Winterdienst etwa ein Dutzend Mitarbeiter eingeplant. Sie werden bei Bedarf über eine telefonische Alarmkette in Gang gesetzt. Das Prozedere: Gegen 3 Uhr morgens erkunden im nördlichen und südlichen Kreisgebiet zwei sogenannte Melder die Straßenlage und entscheiden in Absprache mit dem jeweils diensthabenden Einsatzleiter, ob der Winterdienst ausrücken muss. Acht Fahrzeuge stehen insgesamt zur Verfügung: vier Lkw, zwei Unimogs und zwei Traktoren. Zuständigkeit: Rund 430 Kilometer Kreisstraßen im Landkreis Uelzen werden gegebenenfalls geräumt und gestreut. Hinzu kommen aber noch etwa 60 bis 70 weitere Kilometer in Suderburg, Wrestedt, Rosche, Bad Bevensen und Ebstorf – in Summe also rund 500 Kilometer.

Taumittel: Die Fahrzeuge der Kreisstraßenmeisterei werden mit einem Salz-Sole-Gemisch befüllt. Bei Glätte reicht eine Ladung für 60 bis 65 Kilometer aus. „Normalerweise müssen wir nicht nachladen. Gestreut werden immer beide Fahrbahnen zusammen. Geladen wird erst unmittelbar vor der Abfahrt, damit das Streugut nicht verklumpt“, schildert Ripke.

Bundes- und Landesstraßen

Einsatzbereitschaft: „Wir waren schon zum 15. Oktober winterdienstbereit und sind das erfahrungsgemäß immer länger. Früher ging’s bis Mitte März, jetzt schon fast bis Mitte April. Das Salz ist da, alle Fahrzeuge sind überprüft und die Schichtpläne erstellt“, sagt Manuela Kapak-Wendt, Lei-terin der Straßenmeisterei Uelzen.

Fahrzeuge/Mitarbeiter: Aus einem Pool von 30 Mitarbeitern heraus werden die acht großen Fahrzeuge besetzt, hinzu kommen die speziellen Gerätschaften wie ein kleiner Unimog samt Räumschild und Salzaufsatzstreuer für die Radwege.

Für Bundes- und Landesstraßen gilt: Zwischen 1 und 2 Uhr morgens rücken Mitarbeiter aus und begutachten die Wetter- und Straßenverhältnisse. „Und sie müssen entscheiden, ob wir streuen oder nicht. Um 7 oder 8 Uhr kann es dann schon völlig anders aussehen, weil die kältesten Temperaturen kurz vor dem Sonnenaufgang erreicht werden. Deshalb kann man sich einfach auch mal irren. Jede Nacht ist anders, es ist immer eine Einzelfallentscheidung“, betont Kapak-Wendt, die seit 27 Jahren als Chefin Winterdienste organisiert – und einen Appell an alle Verkehrsteilnehmer richtet: „Fahren Sie situationsbedingt angemessen. Vor allem der Frost-Tau-Wechsel kann tückisch sein, vor allem in Wäldern, auf Brücken und an Wasserläufen.“

Zuständigkeit: In Holdenstedt wird koordiniert, wie auf mehr als 320 Kilometer Bundes- und Landesstraßen sowie 220 Kilometer Radwege im Winter befahrbar gemacht und gehalten werden. Berüchtigt im Kreisgebiet ist vor allem der Hoystorfer Berg auf der Bundesstraße 4 zwischen Kirchweyhe und Tätendorf-Eppensen, wo schon mal Lkw auf Sommerreifen quer stehen und die Straße blockieren.

Taumittel: Knapp 750 Tonnen Streusalz lagern aktuell hinter den großen Holztoren der Salzhalle. 15 bis 20 Gramm landen beim Streuvorgang auf jedem Quadratmeter, wobei das Salz auf dem sogenannten Streuteller mit einer 22-prozentigen Sole gemischt und dann auf einer Breite von bis zu sieben Metern auf die Straße geschleudert wird.

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