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Sahara-Staub liegt in Uelzen in der Luft

UELZEN/ LANDKREIS - Der blaue Himmel trübt sich milchig, auf Autos und Fensterscheiben lagert sich beige-bräunlicher Staub ab: Schon seit ein paar Tagen transportiert der Südwind mit der ungewöhnlichen Wärme ein Stück Sahara 3000 Kilometer weit auch in den Landkreis Uelzen.

AZ-Wetterfrosch „Zaki“ alias Reinhard Zakrzewski hat die bräunliche Verfärbung bereits auf seinem Auto registriert. Allerdings brauchen sich die Uelzener keine Sorgen zu machen, dass ihr Garten versandet: „Sand ist viel zu schwer, um so weit transportiert zu werden“, erklärt der Meteorologe. Die Staubteilchen aus der Wüste im Norden Afrikas sind nur millionstel Millimeter groß und werden vom Wind in Höhen von etwa 1500 Metern in Richtung Norden geweht – und gehen bis nach Norddeutschland nieder.

Der Mineralstaub entsteht bei Zerfallsprozessen von Gesteinen. Mengenmäßig fällt der Import aus Afrika kaum ins Gewicht, weiß „Zaki“. Der Staub verteilt sich ebenso wie Tonnen von Material aus dem Weltraum, die jedes Jahr in die Atmosphäre eindringen. Beobachten kann den Staub dennoch jeder: „Der Himmel ist durch die Brechung des Sonnenlichts an dem Feinstaub getrübt. Das Sonnenlicht dringt nicht direkt zu uns“, erklärt „Zaki“.

In den Alpen kann der Schnee rötlich gefärbt sein. Und in Süddeutschland, wo die Konzentration deutlich höher ist, könnte der Sahara-Staub auch Regenschauer bescheren, denn die Luftfeuchtigkeit kondensiert an den Partikeln, schildert Zakrzewski.

Von Gerhard Sternitzke

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