Klaas Riebe will 1500 Kilometer nach Italien fahren – aber nicht mit dem Auto

Mit 25 Sachen nach Bella Italia

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Sein Zuhause wird ab Mai die Straße: Klaas Riebe fährt mit seinem Mofa 1500 Kilometer nach Italien.

Uelzen-Groß Liedern – Motorisierte Zweiräder sind die große Leidenschaft von Klaas Riebe. „Einen Auto-Führerschein habe ich nie gemacht“, erzählt der 30-jährige Familienvater aus Groß Liedern. Sein Herz hat er an motorisierte „Italienerinnen“ – Vespas und Gileras des Mofa-Herstellers Piaggio – verloren.

Der ganze Stolz des gelernten Zweiradmechanikers ist seine schwarze Gilera Runner, Baujahr 1998.

Das umgerüstete Mofa fährt nur 25 Kilometer pro Stunde – und genau das gefällt Klaas Riebe: „Man nimmt seine Umgebung ganz anders wahr und bekommt viel mehr mit, als wenn man mit dem Auto unterwegs ist.“

Als er seiner Frau im Dezember vergangenen Jahres von seiner Idee erzählt hat, mit seinem Mofa nach Italien zu fahren, habe die das für ein Hirngespinst gehalten. „Aber mittlerweile weiß sie, dass ich es ernst meine“, sagt Klaas Riebe und schmunzelt. „Sie muss es akzeptieren.“

Denn ihr Mann wird ab Anfang Mai mindestens einen Monat weg sein. Zwischen zehn und 15 Tage plant der Groß Liederner für die 1500 Kilometer lange Strecke ein. Sein Ziel: die Kleinstadt Pontedera in der italienischen Toskana: „Mein Traum ist es, das Piaggio-Werk und das zugehörige Museum zu besuchen“, erklärt Klaas Riebe.

Wobei der Besuch des kleinen Museums, das das Herz von Mofa-Fans höherschlagen lässt, für Klaas Riebe nur die Kirsche auf der Sahnetorte ist: „Der Weg ist das Ziel.“ Anstatt sich abends ein Hotelzimmer zu nehmen, wenn er am Tag zwischen 100 und 150 Kilometern zurückgelegt hat, will Klaas Riebe im Zelt auf Campingplätzen schlafen.

Schlafsack, Zelt und einen kleinen Koffer mit dem Nötigsten transportiert er auf dem Gepäckträger seiner Gilera: „Ich bin gerne für mich. Ich lass das einfach auf mich zukommen.“ Der Mofa-Fahrer hofft aber, auf seiner Reise mit Menschen ins Gespräch zu kommen und Gleichgesinnte zu treffen.

Die Vorbereitungen und Erlebnisse während seiner Reise hält Klaas Riebe auf seinem YouTube-Kanal „Morte Rossa“ sowie auf seiner Facebook- und Instagram-Seite fest. Derzeit macht er seine „Italienerin“ für die Fahrt nach Bella Italia in der heimischen Garage fit.

Sein außergewöhnliches Projekt sorgt bereits jetzt für Aufsehen. So haben sich einige hiesige Unternehmen bereit erklärt, Klaas Riebe bei seiner Reise zu unterstützen: Ein Uelzener Elektronikmarkt hat ihm eine Kamera zur Verfügung gestellt, mit der er unterwegs Videos drehen kann, von einem PC-Laden gab es einen Laptop. Und für den Fall, dass etwas passiert, hat eine Versicherung den 30-Jährigen fürs Ausland krankenversichert.

VON SANDRA HACKENBERG

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