Publikum mit Operettengala und Kammermusik verwöhnt

Holdenstedter Schlosswochen: Saal wird zum Mini-Opernhaus

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Eine festliche Operettengala mit Werken von Arthur Sullivan, Johann Strauß und Jacques Offenbach erlebten die Zuschauer am Freitagabend.

Uelzen-Holdenstedt. Operetten, Opern und Kammermusik gab es an den ersten beiden Abenden der dreitägigen Holdenstedter Schlosswoche zu bewundern.

Das Programm stand unter dem Titel „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“, ein Zitat aus Strauß‘ Operette „Die Fledermaus“, die neben anderen Werken aufgeführt wurde.

Beim „Rondo capriccioso“ am Samstagabend stand der Gesang von Miriam Alexandra und Claus Temps im MIttelpunkt.

In der festlichen Operettengala am Freitagabend wurden „The Mikado“ von Arthur Sullivan, „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach und „Die Fledermaus“ von Johann Strauß präsentiert. Der Saal des Schlosses wurde zu einer Miniatur eines Opernhauses umfunktioniert. Besonders bemerkenswert war, dass die acht Solisten nicht nur mehrere Hauptrollen besetzten, sondern auch einen hervorragenden Chorus formten, was bei einer traditionellen Aufführung in einem Opernhaus eher unvorstellbar ist.

Dem Musikwissenschaftler und Gymnasiallehrer Dr. Joachim Draheim ist wohl das größte Lob auszusprechen, da die Operetten arrangiert und mit einer passenden Erzählung aufgeführt werden mussten, um das verkürzte Werk trotzdem verständlich darstellen zu können. Die amüsanten und betont übertriebenen Geschichten von Satire, Verführung und den Effekten des Alkohols brachten dem Zuschauer die Operette in dieser verkleinerten Form nahe.

Natasha Korsakova berührte das Publikum auf der Geige.

Der mit „Rondo capriccioso“ betitelte Samstagabend setzte seinen Schwerpunkt auf Kammermusik, in der der Gesang von Miriam Alexandra (Sopran) und Claus Temps (Bariton) sowie das Geigenspiel von Natasha Korsakova im Vordergrund standen. Insbesondere die Klavierbegleitung von Ira Maria Witoschynskyj sollte besonders erwähnt werden. Die Pianistin begleitete die drei mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Wenngleich die berühmte Arie „Don Giovanni“ aus der gleichbenannten Mozart-Oper nicht gesungen wurde, präsentierten die beiden Sänger Arien wie „Là ci darem le mano“ in der Originalsprache.

Natasha Korsakova berührte das Publikum mit ihrer Interpretation der „Introduction et Rondo capriccioso“ für Violine und Orchester op. 28 von Charles-Camille Saint-Saëns. Ihre hervorragende Technik, kombiniert mit musikalischer Hingabe, gab insbesondere diesem Stück eine Leichtigkeit, die bei virtuosen und anspruchsvollen Passagen nicht einfach zu erreichen ist. Nach der Pause stellte die griechische Sopranistin Miriam Alexandra „Cinq Mélodies populaires grecques“, komponiert von Maurice Ravel, vor.

Es folgte der Bariton Claus Temps mit den Drei Liedern des Narren aus Shakespeares „Twelfth Night“, der die Stücke mit großem Charme und Ausdruck darstellte. Der Abend schloss mit Korsakovas fantastischer Interpretation der Sonate in G-Dur für Violine und Klavier von Maurice Ravel. Der springende Bogen, die künstlichen Flageolet-Töne und die brillierenden Läufe begeisterten das Publikum, das die Violinistin unter tosendem Applaus entließ.

Von Alice Gräfin Grote

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