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„Die können doch nicht den Wald umhauen“

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Von: Lars Lohmann

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Infoveranstaltung am Stern DB Trassenwahn
Voller Spielplatz am Stadtwald: Zu einer Infoveranstaltung der BI „Kirch- und Westerweyhe DB Trassenwahn“ kamen rund 200 Anwohner. © Lohmann

Als Günter Schulze das erste Mal von den Überlegungen der Deutschen Bahn hörte, möglicherweise eine Trasse durch den Uelzener Stadtwald zu bauen, war sein erster Gedanke: „Die spinnen doch, das kann nicht sein. Die können doch nicht den Wald umhauen.“

Schulze war einer von rund 200 Einwohnern bei einem Informationsabend der Bürgerinitiative (BI) „Kirch- und Westerweyhe DB Trassenwahn“ im Sternviertel, der unmittelbar am Rand des Stadtwalds auf dem Spielplatz beim Wildgatter stattfand.

„Der Stadtwald ist ein wichtiges Naherholungsgebiet. Ich kann über Kilometer spazieren gehen, ohne nur eine Straße zu sehen“, sagt Schulze, der zeit Jahrzehnten im Sternviertel wohnt. Auch für Norbert Röber ist eine solche Trasse unvorstellbar. „Als ich das im Radio hörte, bin ich fast vom Sessel gerutscht“, sagt er. Im Stadtwald seien schon vor Corona viele Menschen unterwegs gewesen. Deren Zahl habe sich jetzt sogar noch vergrößert.

Karl-Heinz Günther, Sprecher der BI, ist mit der Teilnehmerzahl zufrieden. Umso mehr sich beteiligten, desto stärker sei das Signal, das nach Berlin gesendet werde. „Wir wollen in Berlin gehört werden“, sagt er. Darauf weisen auch die anwesenden Bundestagsabgeordneten Anja Schulz (FDP) und Henning Otte (CDU) sowie die Landtagskandidaten Jörg Hillmer (CDU), Jan Henner Putzier (SPD) und Pascal Leddin (Grüne) hin und fordern einhellig die Rückkehr zu den Ergebnissen des Dialogforums Nord. „Dieser Trassenverlauf ergibt keinen Sinn“, erklärt auch Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt.

„Der Stadtwald ist ein einmaliges ökologisches Filetstück. Es ist ein Schatz für die ganze Region“, sagt dann auch Pastor Ulrich Hillmer während der Fragerunde. Auf diese Bedeutung weist auch Stadtförster Thomas Göllner hin. „Es geht aber nicht nur um den Stadtwald. Wenn die Strecke von Radbruch bis nach Suderburg verläuft, gehen unzählige Hektar Ackerland und Wald verloren“, erklärt er. loh

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