25 Züge aus Schleswig-Holstein ersetzen 1500 Lkw

Rüben rollen auf der Schiene nach Uelzen

Mit spezieller Verladetechnik werden in Jübek 78 Containerwagen mit je 21 Tonnen Rüben befüllt.
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Mit spezieller Verladetechnik werden in Jübek 78 Containerwagen mit je 21 Tonnen Rüben befüllt.

Uelzen – Wenn der Plan logistisch aufgeht, rollen während der laufenden Rübenkampagne fast zehn Prozent aller Zuckerrüben aus Schleswig-Holstein auf der Schiene statt auf der Straße nach Uelzen.

Das Unternehmen Nordzucker hat nämlich zusammen mit der Transportgemeinschaft Schleswig-Holstein (TGSH) und der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) in der vergangenen Woche ein Pilotprojekt gestartet, bei dem bis kurz vor Weihnachten insgesamt 25 Züge 40 000 Tonnen Rüben transportieren. Damit rollen 1500 Lkw weniger über die Straße in die Hansestadt.

Zwei Züge sind bereits in der vergangenen Woche gefahren. Der dritte wurde gestern in rund 15 Stunden mit weiteren 1600 Tonnen Zuckerrüben beladen und wird am heutigen Dienstag aus Jübek in Uelzen erwartet.

Dahinter steckt der ökologisch sinnvolle Gedanke, aus den am weitesten entfernten Anbaugebieten in Schleswig-Holstein die Zuckerrüben zumindest zum Teil von der Straße auf die Schiene zu bringen. Die Rüben werden dabei bis zu 240 Kilometer von Uelzen entfernt am Feldrand in Lkw verladen und im Bahnhof von Jübek (zwischen Schleswig und Flensburg) in 78 offene Containerwagen umgefüllt. Im Optimalfall benötigt der dann stolze 560 Meter lange Zuckerrüben-„Sonderzug“ für die Strecke nach Uelzen zwischen vier und fünf Stunden.

Hier wird der Zug dann wegen seiner Überlänge zunächst geteilt und dann in den Hafen zurückgeschoben. Spezielle Lkw übernehmen die 78 Container mit jeweils 21 Tonnen Rüben und bringen sie in die Zuckerfabrik.

Das jetzt angelaufene ist das zweite große Pilotprojekt zum Rübentransport per Zug nach 2005. Damals hatten sich die Kosten als zu hoch und die Logistik als zu unzuverlässig erwiesen. Diesmal sind alle Beteiligten sehr viel zuversichtlicher. VON LARS BECKER

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