Rudel vom Truppenübungsplatz Munster streift durch den Landkreis Uelzen

„Super Erlebnis“: Junge Wölfen umzingeln Wanderer

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Gerade bei jungen Wölfen überwiegt vor allem die Neugierde. Trotzdem kann Wolfsberater Klaus Bullerjahn nicht ausschließen, dass die Tiere nicht auch gefährlich werden könnten.

no Lintzel. Es sollte ein gemütlicher Spaziergang im Wald werden, doch für Günther Harms aus Lintzel wurde es laut eigener Aussage ein „super Erlebnis“.

Der Grund: Der Lintzeler wurde plötzlich von sechs jungen Wölfen umzingelt, ein weiteres, größeres Tier saß einige Meter entfernt und beobachtete das Treiben. „Ich wusste, dass Wölfe in der Gegend sind“, sagt Harms. Deshalb hatte er einen großen Knüppel dabei. In einem kleinen Wald in der Nähe von Brockhöfe stieß er plötzlich auf die Wölfe. Wirklich Angst hatte er dank seines Stabes nicht, auch wenn ihn die Tiere umringt haben. Er hatte nicht den Eindruck, dass die sechs Wölfe ihm ernsthaft gefährlich hätte werden können.

Das schränkt Wolfsberater Klaus Bullerjahn aus Bad Bevensen ein: „Wir können nicht sagen, dass die Wölfe nicht gefährlich sind.“ Seiner Meinung nach handelt es sich um die jungen Wölfe vom Truppenübungsplatz in Munster. Dort lebt Niedersachsens erste Wolfsfamilie. Im vergangenen Jahr wurden drei Welpen geboren. In diesem Jahr konnten sieben Welpen nachgewiesen werden. Bullerjahn glaubt allerdings nicht, dass es eine Übung der Wölfe war, sondern vor allem Neugierde. Die Angriffssignale seien ähnlich wie bei einem Hund. Er empfiehlt allen Spaziergängern, die eine ähnliche Situation erleben, sich möglichst unauffällig zurückzuziehen. Bullerjahn: „Die Statistik sagt, dass es sehr unwahrscheinlich ist.“ 100 Prozent der Begegnungen zwischen Mensch und Wolf seien bisher harmlos verlaufen. „Aber man kann auch der Erste sein“, schränkt Bullerjahn ein, ohne jedoch Angst schüren zu wollen. Für ihn ist es „ein Risiko, mit dem wir leben können“. Zumal die Tiere keine Probleme habe dürften, Futter zu finden. „Wir haben rund 700 Wildunfälle im Landkreis. Die toten Tiere landen meistens im Busch“, sagt Bullerjahn.

Von Jörn Nolting

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