„Die Routine fehlt“

Uelzen: Weniger Dienste durch Corona machen sich bei Feuerwehr bemerkbar

Einsatz für Feuerwehrmänner im November 2020: Zwei Lkw sind auf der B 4 verunglückt. Um bei der Bergung helfen zu können, brauchen die Kräfte das entsprechende Wissen und die Routine. Dabei helfen die Übungsdienste. Fotos: NRE/HOC
+
Einsatz für Feuerwehrmänner im November 2020: Zwei Lkw sind auf der B 4 verunglückt. Um bei der Bergung helfen zu können, brauchen die Kräfte das entsprechende Wissen und die Routine. Dabei helfen die Übungsdienste.

Uelzen – Die Corona-Pandemie und ihre Folgen für verschiedene Bereiche der Gesellschaft: Erneut ein Lockdown, erneut eine Absage der Übungsdienste bei der Uelzener Feuerwehr. Das macht sich bemerkbar. „Die Routine fehlt“, sagt Ortsbrandmeister Reiner Seidel.

Es seien Unsicherheiten zu spüren – im Umgang mit Geräten und Fahrzeugen.

Die Dienste dienen dazu, dass Feuerwehrkräfte für die Einsätze gewappnet sind. Da werden zu Übungszwecken Fahrzeugwracks mit Spreizern und Sägen zerlegt. Da werden Leitern bestiegen, damit das im Ernstfall möglichst ohne Zeitverzug klappt. Die Geräte werden getestet.

Allein 13 Fahrzeuge der Wehr und ihre Gerätschaften sind zu kennen. Weitere vier Wagen werden für den Landkreis besetzt – darunter ein Gefahrgut-Fahrzeug. Da braucht es Wissen, jeder Handgriff muss sitzen.

Reiner Seidel, Ortsbrandmeister

In den Vor-Corona-Zeiten hat die Uelzener Feuerwehr alle 14 Tage die aktiven Kräfte, derzeit sind es 87, zu den Diensten eingeladen. Im Frühjahrs-Lockdown sind diese zum ersten Mal ausgesetzt worden. „Im Sommer konnten wir wieder anfangen, in kleineren Gruppen“, so Seidel. Ab September war es unter Hygieneregeln sogar wieder möglich, im ganzen Zug zu üben, bis sich die Corona-Lage zuspitzte und der erneute Lockdown ausgerufen wurde.

Ortsbrandmeister Reiner Seidel betont: Die Feuerwehr ist auch weiterhin uneingeschränkt einsatzfähig. Nichtsdestotrotz: „Es ist eine nicht so glückliche Situation.“ Es komme den Kräften ja nicht nur die Routine abhanden, auch die Kameradschaft, für die auch die Feuerwehr stehe, leide.

Seidel hat die Befürchtung, dass „der eine oder andere sich vielleicht sagt: Ich komme auch ohne Feuerwehr aus.“ Dabei brauche die Wehr die Kräfte. Denn coronabedingt gestalteten sich zurzeit Neuaufnahmen auch schwieriger, weil durch die Infektionsschutz-Maßnahmen die Ausbildung nicht üblicherweise stattfinden könne.

Eine Truppmann-Ausbildung fand beispielsweise 2020 keine statt. Aufgenommen habe die Wehr im vergangenen Jahr drei erfahrene Kräfte. Ungeachtet der Lage seien aber alle Interessierten herzlich eingeladen, sich bei der Wehr zu melden, sagt Seidel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare