Eine Mutter fordert eine ganzjährige Anleinpflicht für Hunde in Uelzen

Rottweiler schockt Kleinkind

Uelzen. Ein Rottweiler ohne Halsband vor dem Gesicht ihres Kleinkindes hat Susanne Macht einen Schrecken eingejagt – und das auf dem gut besuchten Wochenmarkt in Uelzen. Schon häufig hat sie es erlebt, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner nicht zurückrufen, wenn diese dem erschrockenen fünfjährigen Sohn oder ihrer einjährigen Tochter im Kinderwagen ins Gesicht kläffen:

Vor dem Kindergarten oder auch auf dem Gehweg in der Nachbarschaft. Meistens berufen die Halter sich darauf, dass es keine Leinenpflicht gebe, ärgert sich die Uelzenerin. Der Rottweiler auf dem Markt macht sie erneut „wütend und fassungslos angesichts derart rücksichtslosen Verhaltens gegenüber Kindern“.

Nach dem Schrecken können sie wieder lachen: Susanne Macht mit ihren Kindern Niklas und Annika.

„Eine generelle Anleinpflicht gibt es nicht – rechtlich ist es nicht möglich, eine solche anzuordnen“, bestätigt Ute Krüger, Sprecherin der Stadt Uelzen. „Es gibt aber eine Anleinpflicht für bestimmte Bereiche wie in der Fußgängerzone, im Bereich öffentlicher Grün- und Parkflächen wie beispielsweise den Ilmenauwiesen, im Bereich des Wildgatters im Stadtwald sowie bei öffentlichen Veranstaltungen.“ Und als öffentliche Veranstaltungen gelten auch der Wochenmarkt, das Stadtfest oder der Flohmarkt. Auf einige Plätze dürfen Hunde gar nicht mitgenommen werden, etwa Kinderspielplätze, Bolzplätze, Schulhöfe und auf den zur Badezone des Oldenstädter Sees gehörenden Uferflächen. Die Halter müssen grundsätzlich auf das Tier einwirken können und Hunde dürfen nicht „gefährdend Personen anspringen“. „Wir bitten darum, jeden Vorfall zu melden“, erklärt Krüger, das Ordnungsamt gehe dem nach. Im Frühsommer, als wegen der Brutzeit der Vögel eine Anleinpflicht galt, habe es häufiger Beschwerden gegeben. Die Stadt Uelzen habe dann Kontrollen durchgeführt.

Seit der Einführung des Niedersächsischen Hundegesetzes vor anderthalb Monaten werden Hunde nicht mehr nach ihrer Rasse beurteilt. Das Veterinäramt muss prüfen, ob sie als gefährlich gelten, deshalb arbeite die Stadt eng mit dieser Behörde zusammen.

Auch die Polizei kommt gegebenenfalls mit einer Fangleine zu Hilfe, sagt Ralf Munstermann, Leiter des Streifendienstes. Als erste Maßnahme rät er den Passanten: „Ruhe bewahren, dem Hund in die Augen schauen, sich entfernen und weiter beobachten.“

Susanne Macht appelliert hingegen an das Verständnis der Hundebesitzer. Und: „Ich wünsche mir von Seiten der Politik eine Unterstützung dahingehend, dass über eine ganzjährige Leinenpflicht innerhalb der Stadt nachgedacht wird. Muss erst wieder etwas passieren, bevor gehandelt wird?“

Von Diane Baatani

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