Roter Teppich für Tiere

Geschubst, geschimpft, gedrängelt: So benimmt man sich nicht als Kind, lautete eine Lehre des Musicals.

Uelzen. Was für ein wunderbarer Gedanke! Die Tiere gingen auf die Barrikade und schlügen endlich einmal zurück für all das, was ihnen die Menschen antun. Die erwachsenen Menschen. Dabei, so zeigte das Musical, das der Kinderchor der Singschule am Sonnabend in der Aula der Uelzener Theodor-Heuss-Schule und gestern noch einmal in Suhlendorf aufführte, sollten auch die Kinder den Anfängen wehren.

Deren Attacken sind – bis jetzt – noch verbal: „Dumme Kuh… alter Esel und… dicke Sau“, sagten die doch wirklich zu ihresgleichen. Man kann davon ausgehen, dass es in Wirklichkeit noch viel krasser zugeht.

Die Tiere versammelten sich und bliesen zur Revolte gegen die ständige Beleidigung ihrer Art. Fotos: Kaiser

Aber wenigstens das wollen sich die Tiere, so lautet der einstimmige Beschluss der Vollversammlung, nicht mehr länger gefallen lassen. Sie müssen sich rächen. Aber wie? „Vergeltet nicht Gleiches mit Gleichem,/ das zeugt grade nicht von Genie./ Wir können nur etwas erreichen,/ mit Lachen und mit Magie.“ So jedenfalls rät es die weise Eule Eulalia. Dass es am Ende einen Friedensvertrag zwischen Kindern und Tieren gibt, das strapazierte, hier wirklich zitierte Politikerwort „Wir haben verstanden“ keine Floskel bleibt, das macht die Herzen der Zuschauer froh. Weil: „Wenn wir in Zukunft reden, so denken wir dabei“, lautet der Schlusschor.

Es war eine Herausforderung für die Kinder, das musikalisch anspruchsvolle wie originelle Stück auf die Bühne zu bringen. Gesine Knappe behielt die Übersicht der Gesamtleitung, am Klavier schuftete Mathias Wegener sich Schweißperlen auf die Stirn. Die Kostüme waren zauberhaft und jeder gab sein Bestes.

Auch wenn letztlich einige der Kinder vielleicht wirklich noch zu jung waren für eine 50-minütige Hochkonzentration und es sich ohne akustische Verstärkung als Solist mit Lampenfieber sehr schwer sang: Am Ende zählt wohl das Gemeinschaftserlebnis und der lange Beifall, den Oma, Opa, Eltern und Geschwister am Schluss spendeten. Und wie wir alle die Tiere behandeln – darüber nachzudenken war für die Mitwirkenden eventuell Zusatzgewinn.

Von Barbara Kaiser

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