„Am besten verschrotten“

17 rote Stelen sollen Touristen den Weg weisen – doch tun sie das?

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Beschmierte Stele am Rande der Fußgängerzone.

Uelzen. Sie sind beschmiert und verklebt, die Farbe blättert ab, und sie sind alles andere als ein attraktiver Blickfang: Ein Großteil der mannshohen roten Stelen, die Besuchern in der Innenstadt den Weg weisen sollen, sind in einem verwahrlosten Zustand.

Jetzt waren die 17 beleuchteten Plastiksäulen Thema im städtischen Tourismusausschuss. Und da fand Citymanager Joachim Lotz deutliche Worte: „Von mir aus kann man die Dinger verschrotten, die machen keinen Sinn. “.

Im Jahr 2001 waren die 17 Stelen aufgestellt worden, die größte von ihnen steht am Anfang der Bahnhofszufahrt und weist Besuchern den Weg in die Stadt. Durch 16 weitere Exemplare sollen Gäste dann durch die Innenstadt bis zum Theater geführt werden, in den Schaukästen gibt es Informationen und Veranstaltungsankündigungen – das war Teil eines Gesamtkonzeptes, das Studenten entwickelt hatten und das von der Stadt damals nur teilweise umgesetzt worden war.

Nachdem der Zustand der roten Säulen durch den Citymanager beklagt worden war, hatte die Stadt eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Und die war zum Ergebnis gekommen, dass dort, wo die Stelen direkt von Nutzern nebenan bestückt werden – so vor dem Central-Theater – in einem ansehnlichen Zustand sind, weil sie von privat gepflegt werden. Für die Säuberung der übrigen Exemplare stehen jährlich 1000 Euro im Stadthaushalt zur Verfügung – zu wenig, wie man auch in der Fußgängerzone sieht.

Die Arbeitsgruppe schlug daher vor, alle Stelen in die Nähe der jeweiligen Nutzer zu stellen. Doch es gibt im Ausschuss Zweifel, ob der ursprüngliche Sinn dann noch erfüllt wird und ob der überhaupt erfüllt wurde. „Das ist nichts Positives für die Stadt“, sagte Lotz und erntete Kopfnicken. Jetzt soll sich der Kulturausschuss mit dem Thema befassen.

Von Thomas Mitzlaff

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