Uelzen soll sauberer und attraktiver werden / Ratsherr fühlt sich von Verwaltung überrumpelt

Rote Karte für nicht gefegte Wege

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Darüber, dass das Erscheinungsbild der Uelzener Innenstadt durchaus Verbesserungspotenzial hat, waren sich die Ausschussmitglieder weitestgehend einig. 

Uelzen. Beim Ziel, das Erscheinungsbild der Hansestadt mit einem Maßnahmenpaket attraktiver zu gestalten, waren sich Verwaltung und Stadtpolitik auf der gemeinsamen Sitzung des Betriebsausschusses betriebliche Dienste und des Bauausschusses weitestgehend einig.

Doch die Art und Weise, wie die Ausschussmitglieder noch an Ort und Stelle nach Vorstellung des Konzeptes darüber abstimmen sollten, zusätzliche 150 000 Euro im aktuellen Haushalt dafür zur Verfügung zu stellen, sorgte für Diskussionen.

Christian Mocek

„Ich komme mir vor wie bei einer Kaffeefahrt, wo mir 150 000 Euro aus der Tasche geleiert werden“, sagt Christian Mocek (CDU). Er finde das Konzept zwar schlüssig und ist auch dafür, aber es gehe ihn um die Art und Weise, wie darüber entschieden wird, und die sei nicht in Ordnung. Im vergangenen Jahr sei man zudem noch mit einer Sparansage in die Haushaltsberatungen gegangen. Karl-Heinz Schmäschke (Grüne) bemängelt einen nicht gerade sauberen Stil der Verwaltung. Zudem stelle sich die Frage, ob sich die Stadt es wirklich leisten könne, mehr in die Pflege zu investieren. Die Stadt sei zudem nicht dreckiger als andere Städte.

Joachim Delekat

„Alle Maßnahmen sind sinnvoll. Wir sollten noch dieses Jahr starten“, sagt hingegen Rolf Tischer (Piraten). Der Meinung schloss sich der Großteil der Ausschussmitglieder an. Zudem ist es laut Joachim Delekat (UWG) wichtig, als Politik auch mal Entscheidungen flexibel und pragmatisch anzugehen. „Man muss auch mal klare Kante zeigen“, sagt Delekat.

Für Margrit Niebuhr (Wir für Uelzen) ist aber nicht nur die Stadt bei der Sauberkeit in der Pflicht, sondern auch jeder einzelne Bürger. So werde oft der Bürgersteig vor der eigenen Haustür oder dem Geschäft nicht sauber gehalten. Auch die Bürger müsse man für eine saubere Stadt mit ins Boot holen. Für die Innenstadt soll daher laut Bürgermeister Jürgen Markwardt eigens Personal abgestellt werden, um Fehlverhalten abzustellen und darauf aufmerksam zu machen. Es könne etwa eine gelbe oder rote Karte für Fehlverhalten geben. Nach den Einsparungen im Rahmen der Haushaltseinschränkungen könne jetzt auch wieder in Sachen Erscheinungsbild der Stadt mehr getan werden, so Markwardt.

Um die Bürger mit ins Boot zu holen, ist eine Tour geplant, bei der Bürger dem Bürgermeister Plätze zeigen sollen, die ihrem Empfinden nach zu schmutzig sind. Es wird der Bereich zwischen Hundertwasser-Bahnhof, Hammersteinplatz, Marktcenter und Lüneburger Tor abgegangen. Start ist am Donnerstag, 17. Mai, um 16.30 Uhr am Rathaus. Anmeldungen unter (05 81) 8 00 61 02 und nadine.klinder@stadt-uelzen.de.

Von Lars Lohmann

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