Kurswechsel bei der Düngeverordnung

Rote Gebiete: Uelzener Bauern können aufatmen

Ein Landwirt bringt bei Hanstedt I mit seinem Gespann Gülle auf einem Feld aus.
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Ein Landwirt bringt bei Hanstedt I mit seinem Gespann Gülle auf einem Feld aus.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Uelzener Landwirte können aufatmen, denn das Land schlägt bei der Düngeverordnung einen neuen Kurs ein. Die Folge: Landwirten in der Region drohen nun keine strengen Vorgaben mehr zum Düngen.  

Uelzen/Landkreis – Bauern in weiten Teilen des Landkreises Uelzen haben Grund zum Aufatmen. Ihnen drohen, wie Thorsten Riggert, Kreislandwirt und Vorsitzender des Bauernverbands Nordost-Niedersachsen, erklärt, nun keine strengen Vorgaben mehr zum Düngen. Der Grund: Das Land Niedersachsen hat, vor allem nach Interventionen des Bauernverbands Nordost-Niedersachsen, beim strittigen Thema Düngeverordnung einen neuen Kurs eingeschlagen.

Knapp formuliert, wird demnach, wenn bei einer Grundwasser-Messung erhöhte Nitratwerte ermittelt wurden, genauer betrachtet, welches Einzugsgebiet Mess-Brunnen haben, und präziser nur für diese Gebiete strenge Dünge-Auflagen erlassen. Ursprünglich war vorgesehen, großflächiger sogenannte „rote Gebiete“ auszuweisen. „Landwirte sollten in eine riesige Sippenhaft genommen werden“, sagt Riggert. Das geschehe nun nicht mehr.

Das Umweltministerium in Hannover hat jetzt im Landeskabinett über das neue Vorgehen informiert. Thorsten Riggert verweist auf ein vom Bauernverband in Auftrag gegebenes Gutachten, das maßgeblich zum neu eingeschlagenen Kurs beigetragen habe. Mit den Untersuchungen sei klar geworden, dass die zunächst angedachten roten Gebiete in diesem Ausmaß nicht gerechtfertigt seien.

Im Landkreis Uelzen sollte beispielsweise ein ganzer Grundwasserkörper zum roten Gebiet erklärt werden, weil bei Messstellen in Wulfsode und Reinstorf ein erhöhter Nitratwert ermittelt wurde. „Wenn, wie nachgewiesen wurde, die Messstelle bei Wulfsode nur ein Einzugsgebiet von sechs Hektar hat, dann kann es nicht richtig sein, dass sich Landwirte noch zig Kilometer entfernt einschränken müssen“, sagt Thorsten Riggert.

Nach den ursprünglichen Plänen wäre nahezu der gesamte Westkreis von Düngeeinschränkungen betroffen gewesen. Durch eine Messstelle im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg wäre es auch im Osten zu Einschränkungen gekommen. Nach neuem Vorgehen seien die roten Gebiete um 80 Prozent in der Region reduziert worden. Wer mit seinen Ackerflächen nun rausfällt, muss sich nicht beim Düngen einschränken. Auch die Sommerdüngung für Pflanzen wie Ölrettich und Senf, die zum Humusaufbau beitragen, ist weiterhin erlaubt.

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