Auch landesweit mehr Fälle im Vergleich zum Vorjahr

Rota-Virus: Zunahme der Erkrankungen im Kreis Uelzen

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Vom Rota-Virus betroffene Patienten leiden unter Brechdurchfall, hohen Flüssigkeitsverlust und eventuell auch unter Fieber. Sie sollen laut der Ärztin Dr. Claudia Schulze viel trinken und sich schonen.

Uelzen/Landkreis – In Niedersachsen haben die Meldungen von Rota-Virus-Infektionen an das Robert-Koch-Institut stark zugenommen. Auch im Landkreis Uelzen sind die Infektionszahlen gestiegen.

Bis zum 23. Juni wurden landesweit 2.964 Infektionen gezählt, wie die Krankenkasse IKK classic mit Berufung auf die aktuelle Statistik des Bundesinstituts für Infektionskrankheiten berichtet. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2018 (1.377). „Im Landkreis Uelzen wurde die meldepflichtige Krankheit in diesem Jahr bisher bereits bei 23 Patienten diagnostiziert“, sagt die stellvertretende Gesundheitsamtsleiterin des Landkreises Uelzen, Dr. Claudia Schulze. „Im ersten Halbjahr 2018 waren es nur zehn.“ Im gesamten Jahr 2018 wurden im Landkreis Uelzen 20 Infektionen gezählt.

„In den Monaten Februar bis Mai kommt es immer besonders häufig zu Erkrankungen“, so Schulze. Die Infektion mit dem Rota-Virus löse starken Brechdurchfall aus, eventuell verbunden mit Fieber. Aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlusts ist das Virus vor allem für Kinder und ältere Menschen gefährlich. „Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte man besonders auf die Handhygiene achten. Dies gilt insbesondere auch nach dem Stuhlgang“, sagt Schulze. Schließlich erfolgt die Übertragung der Viren hauptsächlich durch die sogenannte „Schmierinfektion“, also fäkal-oral.

Betroffene sollten viel trinken und sich schonen. Besonders stark betroffene Kinder müssten laut Schulze sogar ins Krankenhaus. Eine Erkrankung halte rund eine Woche an. Schulze empfiehlt zudem eine vorbeugende Impfung für Säuglinge gegen das Rota-Virus beim Kinder- oder Hausarzt. Noch deutlich höhere Fallzahlen als aktuell hatte es im Landkreis Uelzen laut Schulze zuletzt vor rund 13 Jahren gegeben.

Nach Angaben der IKK classic hat die Infektionsrate – außer in Sachsen und Thüringen – bei Menschen in allen Bundesländern zugenommen. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits 30.476 Infektionen beim Robert-Koch-Institut gemeldet, das sind fast 7.000 Meldungen mehr als im Jahr 2018 insgesamt (23.602). Im Landkreis Lüneburg wurde die Krankheit 2019 bisher bereits bei 20 Patienten diagnostiziert, so die IKK classic. Im gleichen Zeitraum 2018 waren es nur acht, im ganzen Jahr 17.

VON TIMO HÖLSCHER

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