Wieder ein großer Besucher-Magnet

Rollerrennen in Hanstedt II: Titelverteidiger aus Eimke siegt

Die „Schmidtchen Schleicher Racing Crew“ aus Eimke mit Frederik (l.), Thorben (r.) und ihrem grünen Renner verteidigt beim 24-Stunden-Rollerrennen in Hanstedt II ihren Titel.
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Die „Schmidtchen Schleicher Racing Crew“ aus Eimke mit Frederik (l.), Thorben (r.) und ihrem grünen Renner verteidigt beim 24-Stunden-Rollerrennen in Hanstedt II ihren Titel.

Hanstedt II/Mehre – Die Stoppelfelder zwischen Hanstedt II und Mehre liegen in der Sonne. Für ein Fahrerlager, einen Parkplatz und die Piste. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Mini-Motorräder für Heranwachsende knattern herum.

Jede Fahrzeugbewegung lässt es kräftig stauben.

Die Rennleitung hat Quads am Start. Die Feuerwehr aus Hanstedt II verkauft Steaks und Bratwürste. Das Technische Hilfswerk ist aus Lüneburg mit einem mächtigen Stromaggregat angerückt. Ein Rettungswagen steht bereit – und die Rennleitung hat in ihrer „Bude“ an Start und Ziel die feine Technik gecheckt.

Dann kann es am Freitag um 18 Uhr ja losgehen, mit dem 24-Stunden-Rollerrennen, das zum zwölften Mal ausgetragen wird. Ja, wenn nicht vorher die Fahrerbesprechung stattfände. Axel Wortmann hat die Ladefläche eines Lkw geentert. Er weist zum Beispiel darauf hin, dass nur mit Protektoren gefahren werden darf und hat eine Bitte: „Wir haben hier eine Rennveranstaltung erster Kajüte. Das Publikum kann ohne VIP-Ausweis ins Fahrerlager. Bitte, fahrt dort Schrittgeschwindigkeit!“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins „uemmer lustig Hanstedt II“, der die 24-Stunden ausrichtet.

Das Fahrerlager ist eine Show. 36 Teams haben ihre großen Zelte aufgeschlagen und ihre Lkw mit Equipment geparkt. Auf mehr als 600 Teilnehmer schätzt Wortmann die Zahl der Angereisten. 3000 Besucher erwartet er. „Wir haben Teams aus Karlsruhe, Berlin oder Hannover hier“, sagt Wortmann. Die zentrale Regel des Rennens ist einfach: Wer in 24 Stunden die meisten Runden auf der 1,3 Kilometer langen, in den Acker geschobenen Strecke schafft, hat gewonnen.

Die „Schmidtchen Schleicher Racing Crew“, die 2018 den Titel holte, ist nicht nur die lokale Größe aus Eimke. Sie geht auch, von Sponsoren unterstützt, gut ausgerüstet und hochmotiviert ins Rennen. „Wir sind alle Motorradfahrer, Cross oder Straße“, sagt Thorben über die neun Fahrer. Warum man hier mitmacht? „Weil’s geil ist“, sagen Thorben und Frederik wie aus einem Mund. Thorben hat den Roller des Teams aufgebaut. 14 PS hat der grün-schwarze Renner. „Der Motor und der Luftfilter sind das Entscheidende“, sagt er. „Gerade, weil es so staubt.“

Dann geht es los. Die Start-Flagge senkt sich für die Fahrer. Die laufen im „Le-Mans-Start“ zu ihren Maschinen – und das hochfrequente Knattern der 2-Takter erfüllt die Luft. Die kurvenreiche Strecke hat es in sich und auf der langen Geraden werden Geschwindigkeiten um 70 km/h erreicht. Das Feld zieht sich schnell auseinander. Und so geht es in die Nacht. Am Ende, am Sonnabend um 18 Uhr, sind es wieder die Eimker, die mit 510 Runden knapp die Nase vorn haben und vor dem „Bike Shop powered by PS-Mediengarten-CDC Tuning“ mit 509 gefahrenen Runden Sieger sind. Auf dem dritten Platz landet das „Team Cobra“ mit 499 Runden. Was für ein Tag.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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