„Sieger der Herzen“: Draisinenfreunde aus Oetzen starteten erfolgreich in Wien

Als Römer auf Platz sechs

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Trotz des stürmischen Wetters starteten zwölf Mannschaften mit ihren Draisinen im Wiener Prater. Mit dabei: das Team vom Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn.

Oetzen/Wien. Wochenlang haben sie geschraubt, Kostüme genäht und ihre Choreographie einstudiert: Fünf Eisenbahnfreunde aus der Region starteten beim wohl verrücktesten Draisinenrennen der Welt in Wien – und konnten ihre Vorjahresleistung verbessern.

„Wir waren richtig schnell“, freut sich Rolf Schulze, Vorsitzender des Fördervereins Ostheide-Elbe-Bahn. Mit seinem Team startete er bereits zum zweiten Mal beim Rennen auf der Liliputbahn im Prater (die AZ berichtete).

Für einen der ersten Plätze hat es dieses Jahr noch nicht gereicht, mit dem sechsten Rang landeten er und seine Vereinskollegen Jennifer Harms, Heide und Andreas Joswig und Fred Thurm in der oberen Hälfte der Ergebnisliste.

Nachdem sie im vergangenen Jahr als Wikinger verkleidet angetreten waren, warfen sich die Draisinen-Fans dieses mal in Römerkostüme. Als einzige ausländische Mannschaft präsentierten sie ihr an einen Streitwagen erinnerndes Fahrzeug. Beim Start erkämpften sie sich dann mit ihrer Show auch einen Zeitvorteil. Zufrieden ist Schulze auch mit der Konstruktion der Draisine. „Unsere robuste Konstruktion hat sich bewährt, während andere Fahrzeuge nicht wie gewünscht funktionierten oder aus den Schienen flogen.“ Doch das störte die Teilnehmer und die rund 1500 Zuschauer ebenso wenig wie das stürmische und sehr kühle Wetter. Hier gilt der olympische Grundsatz „dabei sein ist alles“.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Wiener Pfadfindern. Und die wollen auch im nächsten Jahr wieder ein Rennen auf die schmalen Schienen der Liliputbahn stellen. Rolf Schulze und seine Mitstreiter haben sich bereits angemeldet. Vorerst stehen aber die heimischen Bahnen auf dem Programm: Die Rettung der vom Abbau bedrohten Bahnstrecke zwischen Uelzen und Dannenberg ist das Ziel des Vereins, die Teilnahme am Draisinenrennen eine Möglichkeit, auf dieses Anliegen aufmerksam zu machen. Ebenso wie die Sonderzugfahrten, die der Verein das ganze Jahr über auf den Bahnstrecken des Wendlands organisiert, um diese aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.

Von Jörn Nolting

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