2. große Jugendkammer verhandelt erneut wegen versuchten Totschlags gegen Uelzener

Robert K.: Prozess ab September

+
Im Rahmen des ersten Prozesses vor dem Landgericht gegen Robert K. hatte es eine Tatortbegehung mit Juristen und Angeklagten an der Gudesstraße in Uelzen gegeben.

Uelzen. Der Prozess gegen Robert K. aus der sogenannten Uelzener Douglas-Bande wird ab Dienstag, 17. September, vor dem Landgericht Lüneburg neu aufgerollt.

Nachdem der Bundesgerichtshof im Juni das Urteil der 1. großen Jugendkammer des Landgerichts verworfen hatte, wird nun vor der 2. großen Jugendkammer gegen den Uelzener verhandelt. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat nach der Revision die Anklage wegen versuchten Totschlags aufrecht gehalten.

Dem Angeklagten wird in dem Verfahren vorgeworfen, vor zwei Jahren auf der Gudesstraße einen damals 41-Jährigen angegriffen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Der Mann soll an dem Abend einem anderen Paar nahe der Gudestorbrücke zu Hilfe gekommen sein.

Lesen Sie dazu auch:

  • Neuer Prozess für Robert K.
  • Robert K.: Zweifel am Urteil
  • Im Mai 2012 war Robert K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Dagegen hatte dessen Verteidiger Volker König, wie berichtet, Revision eingelegt, mit der Begründung, dass in die Urteilsfindung eine Aussage der Haftrichterin einbezogen worden war, die wegen Belehrungsmängeln nicht hätte verwertet werden dürfen. So hatte die Haftrichterin in ihrer Zeugenaussage im Laufe des Verfahrens bekundet, dass Robert K. ihr gegenüber eingeräumt habe, das Opfer an der Gudesstraße zwei Mal gegen den Kopf getreten zu haben. Da bei der Vernehmung des mutmaßlichen Täters durch die Ermittlungsrichterin kein Anwalt anwesend war, später nach einer anwaltlichen Beratung der Angeklagte sein Geständnis revidiert hatte und in der Hauptverhandlung von seinem Schweigerecht Gebrauch machte, hätte diese Zeugenaussage nach Prüfung des Bundesgerichtshofes nicht berücksichtigt werden dürfen.

    Der im ersten Prozess Mitangeklagte Ismail N. war wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt worden (AZ berichtete). Die Douglas-Bande hat ihren Namen von der gleichnamigen Parfümerie, vor der sich die Gruppe in Uelzen häufig traf.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Kommentare