Planungen werden konkreter 

A 39 bei Riestedt: Pläne für Tank- und Rastanlage sowie Gewerbegebiet vorgestellt 

+
Hatten ihre Pappschilder mitgebracht: Die Riestedter Initiative gegen die Tank- und Rastanlage. 

Uelzen – Die Tank- und Rastanlage für die A 39 bei Riestedt nimmt planerisch immer konkreter Gestalt an. Das wurde auf einer ausführlichen Informationsveranstaltung der niedersächsischen Landesstraßenbaubehörde und der Stadt Uelzen deutlich.

Die Stadt präsentierte überdies skizzenhaft Pläne für die Ausweisung von Gewerbegebieten an der geplanten Autobahn bei Riestedt und Hanstedt II.

Zu der Veranstaltung im Ratssaal mit zahlreichen Schautafeln und Experten der Landesstraßenbaubehörde, aus Ingenieurbüros und von der Stadt kamen rund 100, überwiegend skeptische Bürger. „Das ist kein Statement für die A 39, aber auch keines dagegen“, sagte Bürgermeister Jürgen Markwardt in seiner Begrüßungsrede: „Die A 39 ist in Uelzen ein sehr relevantes Thema. Und der Fairness halber sei gesagt: Die Welt im Bereich Riestedt wird eine andere sein. Ein Gewerbegebiet wird eine ebenso große Belastung mit sich bringen wie die Tank- und Rastanlage.“

Tatsächlich gibt es Vorentwürfe der Stadt, die in Überlegungen zwar zehn Jahre alt sind, aber jetzt von Silke Weidenhöfer als Leiterin der Planungsabteilung an einer Schautafel neu präsentiert wurden. Für Riestedt wird dabei in möglicher Perspektive von einem 100 Hektar großen Gewerbegebiet und einem noch etwas größeren bei Hanstedt II ausgegangen. „Wir beschäftigen uns mit der Gewerbeflächenentwicklung“, sagte Weidenhöfer.

Die Tank- und Rastanlage bei Riestedt wird 18,5 Hektar beanspruchen, erläuterte Björn Meyer vom Ingenieurbüro IBV die Rastanlagenkonzeption der A 39. Sie sieht für Riestedt insgesamt 295 Lkw-Stellplätze auf der Ost- und Westseite der Autobahn vor und soll Platz für 85 Autos und neun Busse sowie auch für Caravans bieten. Die Westseite wird bewirtschaftet sein, die Ostseite soll eine WC-Anlage und eine Anbindung an die Westseite bekommen. Abfahrten sind bei Hanstedt II und zwischen Stöcken und Riestedt geplant – mit der Anbindung an die Bundesstraßen 71 und 191.

„Ich bin und bleibe ein absoluter Befürworter der A 39“, unterstrich Bürgermeister Markwardt nach skeptischen Einwürfen von Bürgern. Man wolle die Belastung für die unmittelbar betroffenen Bürger „so gering wie möglich“ halten.

Die besonders betroffenen Riestedter – die geplante Anlage läge 800 Meter vom Dorf entfernt – geben sich weiter kämpferisch. Zwar hatte der Landtag Anfang der Woche eine Petition mit Mehrheit gegen die Stimmen der Grünen abgelehnt. Aber: „Bisher sind das Pläne auf dem Reißbrett. Das ist noch verhinderbar“, sagte Petra Merz der AZ. Merz hatte die Petition mit 87 Unterschriften Riestedter Einwohner auf den Weg gebracht. „Wie kann man in der heutigen Zeit mit der Klimakatastrophe so ein Projekt durchsetzen?“, fragte die Riestedterin Johanna Michaelis-Krause. Landwirt Morten Harms, der 250 Hektar beackert, fürchtet den „riesigen Flächenverbrauch“ für Bau und Ausgleichsmaßnahmen. „Da wird ganz viel zerstückelt.“ Die Riestedter, die in den Flächen zwischen Riestedt und Rätzlingen, auf denen die Rastanlage entstehen soll, auch ein natürliches Kleinod für Vögel wie Kiebitz oder Kranich beim Vogelzug sehen, sorgen sich, dass „die besten Böden versiegelt werden. Wir fürchten mehr Kriminalität, Lärm- und Lichtbelastung“, sagte Michaelis-Krause.

Laut Ingenieur Werner Meyer könne es keine Lärmschutzwände geben, da es dafür nach der 16. Immissionsschutzverordnung keine Notwendigkeit gebe.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare