Herzinfarkt – Peter Struck (69) ist tot / Tiefe Trauer in Uelzen

„Riesenlücke ohne Peter“

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Wache Augen, hohe Stirn und die dampfende Pfeife: ein typischer Peter Struck.

Uelzen. Geschockt, bestürzt und fassungslos – die Nachricht vom Tod Peter Strucks hat gestern Nachmittag in und um Uelzen bei Bürgern, Freunden und Wegbegleitern tiefe Trauer ausgelöst. Viele hatten mit den Tränen zu kämpfen.

Der SPD-Politiker ist gestern in der Berliner Charité an einem Herzinfarkt gestorben.

„Erschüttert“, zeigt sich Bürgermeister Otto Lukat in einer ersten Reaktion. Er habe Peter Struck über lange Zeit begleitet, wurde sein Nachfolger im Amt des Stadtdirektors der Hansestadt. „Deutschland hat einen hochkarätigen Politiker verloren, der sich bis zuletzt nicht geschont hat“, so Lukat. Etwa einmal im Monat, sagt der Bürgermeister, habe man sich persönlich getroffen. Für das kommende Jahr war man schon verabredet. Bei der ersten Begegnung hatte Struck Lukat noch nicht zur Kenntnis genommen. Lukat war Studentenfunktionär in Hamburg, Struck Referent des Unipräsidenten. Später pflegten sie Kontakt als Dezernent des Regierungspräsidenten Lüneburg (Lukat) und stellvertretender Stadtdirektor Uelzen (Struck). „Peter Struck gehört zu denjenigen, die mich deutlich bewogen haben, mich als sein Nachfolger zu bewerben“. Wäre Struck nicht gewesen, so Lukat, wäre er vielleicht heute nicht in Uelzen.

„Die Nachricht hat mich getroffen wie ein Schlag, jetzt fängt es erst so langsam an zu sacken“, sagt der ehemalige Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Manfred Daum, der zur sogenannten „China-Runde“ gehört, die mit Peter Struck monatlich Essen gegangen ist. Vor 14 Tagen haben sie sich zum letzten Mal im chinesischen Restaurant getroffen: „Es ist eine einzige Tragödie“, erinnert sich Daum an das Gespräch, in dem es wie immer um Politisches, aber auch persönliche Dinge ging. „Was mir besonders leid tut, ist, dass es so kurz vor seinem 70. Geburtstag ist.“ Im Januar 2013 hätte Struck den runden Geburtstag begangen. „Er hatte ja eine ungeheuer direkte Art, ohne dabei in irgendeiner Form verletzend zu sein“, erklärt Daum, „ich hätte mit ihm Pferde stehlen können, er war jemand, auf den man sich hundertprozentig verlassen konnte.“ Daum war 1980 in die SPD eingetreten: „Peter Struck hatte mich eigentlich dazu überredet, auch gleich für den Stadtrat zu kandidieren.“

Von Andreas Becker, Diane Baatani, Norman Reuter und Kai Hasse

Weitere Berichte zum Tod von Peter Struck finden sie heute in der Printausgabe der AZ.

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