Braunschweiger Unternehmen will in Wesendorf schulen

Für Drohnen-Piloten: Richtig fliegen lernen

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Drohnen mit verschiedensten Verwendungszwecken kreisen bald über dem Wesendorfer Hammerstein-Park.

Wesendorf. Wer glaubt, er könne sich einfach eine Drohne besorgen und losfliegen, macht einen möglicherweise teuren und gefährlichen Fehler. Die unbemannten Luftfahrzeuge unterliegen nämlich zahlreichen Vorschriften.

Die Braunschweiger Firma Copting eröffnet jetzt Deutschlands erstes Test- und Ausbildungszentrum im Hammerstein-Park in Wesendorf im Nachbarkreis Gifhorn.

„Was viele Leute nicht wissen: Die Flüge mit Drohnen unterliegen engen Vorschriften“, erklärt Christian Kaiser, Geschäftsführer Coptings. „So dürfen sie beispielsweise nur in Sichtweite und weder über Menschenansammlungen noch über Verkehrswege geflogen werden.“ Daher sollen ab Jahresbeginn angehende Piloten in Wesendorf in Theorie und Praxis geschult werden, gewerbliche Nutzer sollen die nötigen Kenntnisse zum Erwerb der Allgemeinen Aufstiegserlaubnis vermittelt bekommen. „Die Piloten müssen immer in der Lage sein, ihre Drohne sicher zu landen, auch, wenn mal Hilfsmittel wie GPS ausfallen“, betont Kaiser. „Dabei darf natürlich keiner zu Schaden kommen.“

„Der Truppenübungsplatz ist immer noch im Eigentum des Bundes und militärischer Sperrbezirk. Das ist für die Testflüge perfekt“, erklärt Lange. So können nun verschiedene Sicherheits- und automatische Ausweichsysteme der Drohnen getestet werden. Auf der fast zwei Hektar großen Fläche auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz sollen private und gewerbliche Drohnenpiloten erlernen, wie die Luftfahrzeuge gesteuert und sicher gelandet werden. Das theoretische Wissen erlangen sie in einem Gebäude im Hammerstein-Park. „Es gibt eine Unzahl an Vorschriften“, erklärt Kaiser. Ein paar davon musste er selbst schon bei Aufträgen überschreiten – mit der entsprechenden Genehmigung. So dürfe man mit einer Drohne keine Unfallstelle überfliegen. „Wenn ich für die Feuerwehr da allerdings Luftaufnahmen machen muss, ist das nun mal zwingend erforderlich“, so Kaiser. Wenn Drohnen weitreichender zum Einsatz kommen sollen, müsse es dauerhafte Sonderregelungen geben. „Ein Drohneneinsatz zur Rettung macht nur Sinn, wenn das Gerät auch außer Sicht fliegen darf“, sagt Kaiser.

Für die Zukunft sieht Kaiser noch weitere Reglements auf die Piloten zukommen: „Ich erwarte, dass bald sowohl die Piloten als auch die Geräte registriert werden müssen. Außerdem rechne ich auch mit einer Zertifizierung für uns Ausbildende.“ Daran, dass Pakete künftig per Drohne an die Haustür geliefert werden, wie es ein Online-Kaufhaus plant, glaubt Kaiser aber nicht: „Das ist Mumpitz.“

Von Dennis Klüting

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