Luft für ein turbulentes Leben

Rekordhalter, Wettkönig und Uelzener Original: Nico Haddad wieder im TV

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Die Aktion, die ihm den Titel „Wettkönig“ einbringt. 2010 bläst Nico Haddad bei „Wetten dass...?“ gut 1.000 Kerzen aus. Jetzt ist er mit 83 Jahren wieder im Fernsehen zu sehen.

Uelzen/Bremen – Für ihn trifft der Begriff „Tausendsassa“ zu. Er war in seinem Leben schon vieles: Polizist, Feuerwehrmann, Ringer, Olympia-Teilnehmer, Brauer, Wirt, Rhönradtrainer, Dolmetscher.

Mit außergewöhnlichen sportlichen Aktionen hat er es ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft und dreimal in die Fernsehsendung „Wetten dass...?“.

Die Rede ist von Nico Haddad, den die Uelzener vor allem kennen, weil er in der Uhlenköperstadt eine beliebte Diskothek und Lokale führte. Am kommenden Sonntag, 23. Juni, wird Haddad wieder im Fernsehen zu erleben sein. Er ist in der Fernseh-Rate-Show „Kaum zu glauben“ mit Moderator Kai Pflaume ab 21.45 Uhr auf N3 zu sehen. In der Show muss ein Rateteam, dem unter anderem Stephanie Stumph und Jörg Pilawa angehören, wie Haddad der AZ verrät, die erstaunlichen Fähigkeiten oder Geschichten des Gastes erraten – in diesem Fall von Nico Haddad. Und seine Lebensgeschichte und Fähigkeiten sind wahrlich nicht alltäglich.

Mit 83 Jahren lebt Haddad heute in Bremen. Er sagt aber von sich: „Ich bin ein alter Uelzener.“ Hier hat er auch noch Freunde, er besucht immer wieder die Region, weil er in seinem späteren Wohnort Lüchow auch noch Immobilien hat. Ursprünglich stammt Haddad aus dem Libanon. Dort macht er eine Ausbildung zum Polizisten, anschließend zum Feuerwehrmann. Und er ist sportlich. Als Ringer ist er Teilnehmer der Olympiade 1960 in Rom und durch eine Einladung im Anschluss nach Deutschland verschlägt es ihn schließlich nach Uelzen.

Er beginnt eine Ausbildung zum Mälzer in der Brauerei und hört immer wieder von jungen Leuten, dass es keine Möglichkeiten gibt, in Uelzen auszugehen. Haddad ändert das, eröffnet seinerzeit an der Schmiedestraße eine Diskothek, die Uelzener noch gut in Erinnerung haben. Sportlich bleibt er – und schafft es damit ins Samstagabendprogramm des Fernsehens. Bei „Wetten dass...?“ überollt er mit dem Rhönrad Milchflaschen, löscht mit fünf Liter Wasser, das er aus seinen Mund pustet, eine brennende Holzhütte und schließlich will er 2010 in zwei Minuten 1.000 Kerzen auspusten. Drei bleiben letztlich an, Wettkönig wird er dennoch. Das Sportliche sei ihm immer leicht gefallen, sagt Haddad. Die Idee mit den Kerzen ist nicht ganz neu gewesen. 1995 stellt er damit bereits einen Weltrekord auf – den er vor nicht allzu langer Zeit noch einmal übertrumpft. Mit über 80 Jahren pustet er 1.001 Kerzen aus. Und zwar in nicht einmal zwei Minuten. Woher er die Energie im Alter noch nimmt? „Vielleicht sind es die Gene von meinem Vater“, sagt Haddad und lacht. Der sei 102 geworden und bis in hohe Alter aktiv gewesen.

Die Power von Nico Haddad werden bestimmt auch die Zuschauer zu spüren bekommen.

VON NORMAN REUTER

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