Regen und Reformation

Ausnahmsweise wurde an einem Sonntag in der Fußgängerzone eingekauft. Gelegenheit dazu fanden die Passanten in vielen Geschäften.

Uelzen - Von Barbara Kaiser. Wie war wohl am 31. Oktober 1517 das Wetter? Hat Martin Luther sein Blatt mit den 95 Thesen auch gegen Sturm und Regen – meteorologisch gesprochen – verteidigen müssen? Auf jeden Fall war es ein Sonnabend und der Theologe soll das Schreiben ja nur mit der Post an seine Oberen versandt haben. Die Sache mit Hammer und Nägeln am Kirchentor ist Legende.

Die wenigstens von denen, die gestern in Uelzens Innenstadt promenierten, dachten wohl an den Theologen aus Eisleben. Vielleicht war deshalb auch der Dritte-Welt-Laden geschlossen, an diesem höchsten Feiertag der Protestanten?

Weil der verkaufsoffene Sonntag mit Regen und keineswegs, wie angekündigt, mit Sonne begann, hielten sich die Besucherströme in Grenzen. Die Frage in der Buchhandlung an der Bahnhofsstraße, ob man schon an Weihnachten dächte, erntet einen erstaunten Blick. Nein, man sammle nur erst einmal Ideen. „Eigentlich bin ich nicht für Einkaufen am Sonntag“, sagt die junge Frau. „Aber in meiner Woche ist es derzeit so eng mit der Zeit.“ – Vielleicht hat sie sich aber trotzdem die Muße genommen, nebenan beim Bäcker ein frisch gebackenes Quarkbällchen zu verkosten, beim Lions Club-Stand am Alten Rathaus den Adventskalender mit Motiven aus einem Malwettbewerb zugunsten von Uelzenern Schülern anzuschauen oder die rote Rose eines Autohauses entgegen zu nehmen. Dichtes Gedränge sieht wie gesagt anders aus. Aber schließlich war Reformationstag und es regnete...

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