DRK baut ehemalige Autowerkstatt zu großem Seminar- und Schulungszentrum um

Realitätsnah soll´s zugehen

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Früher wurde an der Miesbacher Straße an Autos geschraubt. Der DRK-Kreisverband mit Geschäftsführer Heinz Meierhoff hat das Gebäude zu einem Seminarzentrum umfunktioniert. 

Uelzen. Die rustikale Schrankwand und die geblümte Polstercouch wirken fehlplatziert in dem sonst modern ausgestatteten Raum – die Möbel sind aber mit Bedacht gewählt.

Nachempfunden wird ein Wohnzimmer, in dem künftig möglichst realitätsnah Rettungseinsätze geübt werden. An der Miesbacher Straße hat der Uelzener Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in direkter Nachbarschaft zur Rettungswache damit begonnen, das frühere Werkstattgebäude zu einem Seminar- und Fortbildungszentrum umzubauen. In der kommenden Woche soll bereits Unterricht im Erdgeschoss erfolgen.

Das Uelzener DRK ist verantwortlich für den Rettungsdienst in der Region, betreibt Kindertagesstätten, ist in der ambulanten Pflege tätig. Es beschäftigt 800 Männer und Frauen, ehrenamtlich sind 200 weitere in der Bereitschaft des Rettungsdienstes sowie gut 700 in den Ortsvereinen aktiv. Heinz Meierhoff, Geschäftsführer des DRK, berichtet von mehr als 2500 Fortbildungstagen, die die DRK-Aktiven pro Jahr absolvieren; bisher an verschiedenen Orten, künftig an der Miesbacher Straße.

Angaben zur Investitionssumme macht Meierhoff nicht, erläutert aber, dass jeder ausgegebene Euro sinnvoll sei: „Wir brauchen gut qualifizierte Mitarbeiter“, so der Geschäftsführer. Wenn von der Qualität der Arbeit des DRK als Dienstleister in der Sozialwirtschaft gesprochen werde, dann werde das Können der Beschäftigten gemeint. Sie könnten nun zeitgemäß mit modernem Equipment geschult werden. So trete das DRK auch als attraktiver Arbeitgeber auf.

Möglichst realitätsnah soll es zugehen. Dafür kommt unter anderem eine Hightech-Übungspuppe zum Einsatz, bei der mithilfe von Computertechnologie verschiedene Krankheitsbilder simuliert werden können, auf die Rettungskräfte und Pflegepersonal reagieren müssen; Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutdruckkrisen. Von einem Regieraum aus lässt sich während der „Behandlung“ der Zustand des „Patienten“ verändern.

Per Videotechnik werden die in einem Rettungswagen nachempfundenen Einsätze in Seminarräume übertragen, in denen das Geschehen von Fortbildungsteilnehmern verfolgt und ausgewertet werden kann. Wie Kräfte in der ambulanten Pflege richtig reagieren, wenn sie Senioren zuhause finden, wird im eingerichteten Übungswohnzimmer trainiert. Fortbildungen stehen regelmäßig bei den Erzieher der Kindertagesstätten auf dem Plan. Auch sie sind an der Miesbacher Straße eingeplant.

Meierhoff spricht von einem Angebot, das in dieser Form erst wieder in Hannover oder Hamburg anzutreffen sei. Das DRK schafft dazu innerhalb des Kreisverbandes einen eigenen Geschäftsbereich unter dem Begriff „Bildung und Qualitätssicherung.“

Von Norman Reuter

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