Haushalt der Musikschule für Stadt und Kreis Uelzen nach Jahren wieder ausgeglichen

Raus aus dem Blues

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Daniel Orthey, seit einem Jahr Leiter der Musikschule für Stadt und Kreis Uelzen, und sein Team haben neue Ideen entwickelt, um die Musikschule weiter voranzubringen. Ein Projekt sind Klanginstallationen im angrenzenden Park. Das Dendrophon aus Holz steht schon jetzt.

Uelzen/Landkreis. Vor nicht einmal eineinhalb Jahren stand die Musikschule für Stadt und Kreis Uelzen vor einer ungewissen Zukunft. Denn die Bildungseinrichtung schrieb immer wieder rote Zahlen, Stadt und Kreis hatten genug davon, ständig Geld nachschießen zu müssen.

Und auch in der Schule selbst gab es Misstöne. „Wir steckten in einer Art Blues und wussten nicht, wie wir das ändern können“, erklärt Daniel Orthey, der vor einem Jahr die Leitung übernommen hat.

Damals musste der Verein der Politik ein Konzept vorlegen, wie man sich wieder zukunftsfähig aufstellen kann. Und seitdem wurden neue Saiten aufgezogen, bestätigt Orthey: „Wir konnten im letzten Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.“ Um das zu erreichen, habe es viele Umwälzungen gegeben. So habe es beim Einzelunterricht eine „moderate Gebührensteigerung“ von drei Euro pro Monat und Schüler gegeben.

Außerdem haben alle fest angestellten Lehrkräfte einem Haustarif zugestimmt und sich somit bereit erklärt, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Im Gegenzug wurden zusätzliche Honorarkräfte eingestellt. „Das hat zu mehr Gleichheit und Gerechtigkeit geführt“, berichtet der Leiter. Früher sei der Unterricht mancher Musiklehrer nicht ausgelastet gewesen. „Das ist jetzt nicht mehr der Fall.“ Das liegt laut Orthey vor allem daran, dass die Musikschule gute neue Lehrer gewinnen konnte. Noch immer gebe es Baustellen, gibt Orthey zu. „Doch es gibt hier wieder Aufbruchstimmung und die Kollegen sehen, dass etwas passiert.“

Davon soll auch das Klangpark-Projekt im Garten rund um die Musikschule zeugen. Geplant sind Installationen aus verschiedenen Materialen wie Holz, Metall oder Stein, die für jeden, aber vor allem für Kinder, jederzeit zugänglich und bespielbar sein sollen. Die neue Attraktion soll auch insgesamt wieder mehr Besucher in Oldenstadts historisches Zentrum locken. Ein sogenanntes Dendrophon aus Holz steht bereits jetzt im Park hinter dem Hauptgebäude. Weitere zehn Klangobjekte sollen hinzukommen. Nach einer ersten Projektphase vom 2. bis zum 27. Juni plant die Musikschule im nächsten Jahr, den Klangpark dauerhaft zu installieren.

Daneben hat die Musikschule, die ihre Saison am morgigen Sonntag mit dem Trompeten und Co.-Konzert um 17 Uhr im Uelzener Rathaussaal eröffnet, neue Veranstaltungen im Programm. Musikschüler über 30 Jahre spielen am Freitag, 31. August, im Oldenstädter Langhaus. Wieder fest im Programm ist das Heiderauschen am Sonnabend, 15. September – das laut Orthey einzige Forum in Uelzen für zeitgenössische Musik. Es findet ebenfalls im Langhaus statt. Und das zweite Sommerfest am Sonnabend, 2. Juni, soll, wenn es nach dem Leiter geht, noch ein wenig größer und bunter werden als im Vorjahr.

Von Sandra Hackenberg

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