Mit Weltraumtechnik auf Brandsuche

Raum Uelzen wird von den Landesforsten kameragestützt überwacht

An diesen Monitoren werden Waldbrände aufgespürt: Links werden die Bilder der Kamera gezeigt, auf dem rechten Monitor die Lage des potenziellen Brandes.
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An diesen Monitoren werden Waldbrände aufgespürt: Links werden die Bilder der Kamera gezeigt, auf dem rechten Monitor die Lage des potenziellen Brandes.

Uelzen/Landkreis – Weit über tausendmal schlagen die Kameras derzeit täglich Alarm in der Waldbrandzentrale in Lüneburg. Dann muss einer der Waldbrandbeobachter entscheiden, ob es sich um einen Brand handelt oder um etwas anderes.

„Momentan ist es meistens noch der Staub der Getreide-Ernte, der den Alarm auslöst. Aber die Gefahr eines Waldbrandes ist sehr hoch. “, sagt Helmut Beuke, Projektleiter der Waldbrandstation in Lüneburg – dieses Wochenende wird wohl die höchste Gefahrenstufe im Landkreis Uelzen und der ganzen Lüneburger Heide erreicht.

„Wir sind permanent in der Fläche“, sagt Beuke. Um die Brände schnell entdecken zu können, nutzen die Landesforsten für ihre Waldbrandstation in Lüneburg insgesamt 20 Kameras, die an 17 Standorten in der Region installiert sind. So steht zum Beispiel im Bereich Bienenbüttel eine dieser Hochleistungskameras, die eigentlich für die Raumfahrt entwickelt wurden und 16 000 Graustufen unterscheiden können. Das macht es möglich, aus weiten Entfernungen Brände zu erkennen.

„Wir haben dieses Jahr einen Rekord aufgestellt und den Brand eines Recyclinghofs in Bassum bei Bremen auf Bildern ausgemacht. Das war eine Entfernung von gut 80 Kilometern“, gibt Beuke ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit des Systems. Daher entdecke man auch regelmäßig Brände außerhalb des eigentlichen Überwachungsgebiets. „Wir machen an den Landesgrenzen nicht Schluss. Wenn etwas in Sachsen-Anhalt oder Schleswig-Holstein brennt, informieren wir die zuständigen Behörden“, erklärt Beuke. Diese länderübergreifende Zusammenarbeit funktioniere sehr gut.

Daher soll die Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt auch intensiviert werden. Dafür soll den Waldbrandstationen auch Zugriff auf die jeweils anderen Systeme ermöglicht werden. „Das hat auch den Vorteil, dass bei einem Ausfall einer Waldbrandstation die anderen Stationen die Überwachung übernehmen“, erklärt Beuke.

Aber auch bei der Technik wird gemeinsam mit dem Hersteller zurzeit eine neue Generation der Kameras entwickelt, die noch leistungsfähiger sein soll. Wann das neue System soweit ist, steht aber noch nicht fest.

Nach Waldbränden suchen in Lüneburg je nach Warnstufe täglich drei bis sechs Mitarbeiter. Dabei werden die Gebiete von 10 bis 19 Uhr permanent überwacht. VON LARS LOHMANN

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