Mieterverein Uelzen: Beschwerden über Zigarettenqualm selten / gwk setzt auf runde Tische

Raucher können aufatmen

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Das Rauchen in Wohnungen ist nicht verboten. Wenn jedoch die Geruchsbelästigung für andere Hausbewohner zu groß ist, kann einem Mieter gekündigt werden, zeigt das Düsseldorfer Urteil. Dass es in Uelzen mal wegen Qualm zu Zwist kommt, ist eher selten.

Uelzen. Dass sich das Amtsgericht Uelzen mit einem uneinsichtigen Raucher befassen musste, ist Christoph Hinkelmann nicht bekannt, aber: Fälle, bei denen sich Mieter über den Zigarettenrauch anderer Hausbewohner beschwerten, sind dem Vorsitzenden des Uelzener Mietervereins „hin und wieder“ schon untergekommen.

„Dabei ging es vor allem um Raucher, die im Sommer auf dem Balkon ihre Zigarette genossen, wodurch sich andere Bewohner in darüber liegenden Wohnungen gestört fühlten“, berichtet Hinkelmann für die Region Uelzen.

In Düsseldorf, gut 350 Kilometer von der Uhlenköperstadt entfernt, hatte am Montag das zuständige Amtsgericht eine fristlose Kündigung eines rauchenden Mieters wegen einer unzumutbaren Belästigung anderer Hausbewohner für rechtens befunden. Das Gericht berief sich bei seinem Urteil auf das Verhalten des Mieters, der trotz mehrfacher Ermahnung zum Lüften der Wohnung nicht die Fenster, sondern die Wohnungstür genutzt haben soll. Hinkelmann, der den Fall nur aus den Medienberichten zu beurteilen vermag, sieht darin genau den Fehler des Mieters. Er habe sich „gemeinschaftswidrig“ verhalten, deshalb sei der Richterspruch nicht eine Botschaft ausschließlich an Raucher, sondern an alle Mieter, die keine Rücksicht auf andere Hausbewohner nehmen würden. Beschwerden, die dem Mieterverein öfter unterkommen, bezögen sich auf häufiges Grillen oder lautes Musikhören.

gwk-Geschäftsführer Ronald Schack weiß die Liste noch um Ärger in Sachen Winterdienst zu ergänzen. Die Wohnungsgesellschaft ist der größte Vermieter im Kreis, hat immer wieder mit Uneinigkeiten zwischen Hausbewohnern zu tun. Dass es dabei um Tabakgeruch gehe, sei aber selten, erklärt Schack. Deswegen sei es auch noch nicht zu einem gerichtlichen Verfahren gekommen. Ohnehin: „Wenn es Probleme gibt, dann findet sich meist eine Lösung“, so der Geschäftsführer. Die gwk habe seit vielen Jahren einen Sozialarbeiter, der als Schlichter auftrete. Auch runde Tische habe es schon gegeben. Andere Erfahrungen hat Christoph Hinkelmann gemacht. Wenn der Mieterverein das Gespräch suche, würde bei Hausbesuchern öfter „das Rollo runter gehen“.

Dass nun durch das Düsseldorfer Urteil mehr Beschwerden wegen Tabakgeruchs auflaufen werden, glaubt der Vorsitzende des Mietervereins indes nicht. Denn nicht das Freiheitsrecht des Rauchers sei beschnitten worden, sondern ihm seien wegen eines uneinsichtigen Verhaltens die Grenzen aufgezeigt worden.

Von Norman Reuter

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