Rätselraten um die Raumluft

Herbert Grams, Mitarbeiter des Landesgesundheitsamtes, bei der Raumluft-Messung im Uelzener HEG.Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Die Raumluft-Belastung im Anbau des Herzog-Ernst-Gymnasiums (HEG) sind offenbar weitaus gravierender, als die Stadt und das Landesgesundheitsamt bislang vermutet haben. Bei einer weiteren Messung am 31. März, deren Ergebnis jetzt feststeht, wurden in Raum 128 deutlich erhöhte Konzentrationen von flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft festgestellt. Dabei sticht die Gruppe der Terpene hervor – Geruchsstoffe, die unter anderem in Spülmitteln vorkommen. Sie sind wohl auch für die unangenehmen Gerüche in dem betroffenen Raum verantwortlich.

Im Vergleich zu den ersten beiden Messungen im Dezember und Januar (AZ berichtete) sind die jetzt ermittelten Terpen-Werte in Raum 128 sogar leicht gestiegen. Sie liegen nun nur noch knapp unter dem kritischen Richtwert. „Ab diesem können bei empfindlichen Personen zum Beispiel Reizungen der Atemwege auftreten“, sagt Herbert Grams, Mitarbeiter des Landesgesundheitsamtes, gegenüber der AZ.

Aufgrund der jetzt vorliegenden Schadstoff-Ergebnisse hat der Leiter des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg, Eckhardt Meier, das HEG gebeten, in Raum 128 nicht mehr zu unterrichten. „Wir haben den Raum unverzüglich gesperrt“, bestätigt der stellvertretende Schulleiter Dieter Schwerdtfeger. Die Klasse 5 E, die dort untergebracht war, ist in einen Raum des 13. Jahrgangs umgezogen. Logistisch sei das für das HEG kein Problem gewesen, erklärt Schwerdtfeger. „Unsere diesjährigen Abiturienten sind jetzt weg, daher haben wir genügend Räume frei.“

Doch woher die Raumluftbelastungen stammen, können sich weder Schwerdtfeger noch Meier oder Grams erklären. Die ursprüngliche Vermutung, Ausdünstungen des Fußbodens in Raum 128 könnten dafür verantwortlich sein, hat sich nicht bestätigt. Denn dann hätten die Gerüche im Verlauf der Zeit abnehmen müssen. „Eine andere Möglichkeit ist, dass im Holzständerwerk der Mauern bei Sonneneinstrahlung bestimmte Stoffe stärker als in anderen Räumen des Anbaus freigesetzt werden“, meint Grams. „Das ist aber nur Spekulation. Beweise haben wir noch keine.“ Aufschluss soll nun eine vierte Luftmessung in Raum 128 geben, die für den 12. Mai geplant ist.

Weit weniger dramatisch fällt das Ergebnis der jüngsten Luftmessung in zwei anderen Räumen des Anbaus aus. Sowohl in E 23 als auch in 227 hätten sich die Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen seit der ersten Untersuchung verringert, berichtet Grams. Diese lägen weit unterhalb des kritischen Richtwertes. Deshalb wird dort auch weiterhin unterrichtet.

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