Rätsel um ein Kassenbuch

Prozess gegen Bienenbütteler wegen Ungereimtheiten ausgesetzt

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Am Amtsgericht gab es in einem Prozess gegen einen Bienenbütteler Unternehmer jetzt Ungereimtheiten wegen eines Kassenbuchs – die Verhandlung wurde ausgesetzt.

Uelzen. An die 25 Straftaten legt die Staatsanwaltschaft einem 53-Jährigen aus Bienenbüttel zur Last, der sich jetzt vor dem Amtsgericht Uelzen verantworten muss.

Der ehemalige Unternehmer soll zwischen Juni 2012 und Juni 2013 unter anderem Sozialabgaben und Steuern nicht bezahlt und obendrein Geld aus der Insolvenzmasse beiseite geschafft haben, nachdem seine Firma bereits dem Bankrott geweiht war.

Doch schon gleich am ersten Prozesstag gab es Ungereimtheiten: Die Verteidigung beantragt, die Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht auszusetzen, da die Ermittlungen im Vorfeld mangelhaft gewesen seien. Denn alle dem Angeklagten vorgeworfenen Abhebungen von Geld aus der Insolvenzmasse, die laut Anklage nicht dem Geschäftsbetrieb zugute gekommen seien, hätten sehr wohl eben diesen Zweck erfüllt. Ein Kassenbuch belege dies auch, erklärt Verteidiger Volker König, doch der mit der Abwicklung beauftragte Insolvenzverwalter habe es den Ermittlern gar nicht zur Verfügung gestellt.

Richter und Staatsanwältin tauschen fragende Blicke aus, ziehen sich dann zur Beratung zurück – und entscheiden schließlich: Der Insolvenzverwalter wird vernommen, der ohnehin als erster Zeuge des Tages geladen ist. Der Mann, ein Jurist aus Walsrode, bestätigt: Ja, das Kassenbuch habe er. Und er habe es den Ermittlungsbehörden nicht übergeben, weil er der Meinung gewesen sei, es habe lediglich Relevanz für ihn als Insolvenzverwalter.

Am Ende wird das Verfahren dann doch ausgesetzt. Weil Gericht und Staatsanwalschaft nun doch noch das besagte Kassenbuch sichten müssen. Wann das Verfahren wieder aufgenommen wird, bleibt offen.

Von Ines Bräutigam

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