Seit 20 Jahren ist der nicht kommerzielle Bürgersender „ZuSa“ on air

Radio aus der Zuckerstadt

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So arbeitet das „ZuSa“-Team im Studio: Studioleiter und Redakteur Carsten Schlüter, Finn Schröder (freiwilliges kulturelles Jahr), Moderatorin Marie Günther (v.l.).

Uelzen. Christian Krebs erinnert sich noch an jedes Detail jenes 7. Mai 1997. An der Rosenmauer sollte er den Hebel umlegen und als erster Moderator des nicht kommerziellen Senders „Radio ZuSa“ die Zuhörer begrüßen.

Der Start gelang trotz großer Nervosität und einer angriffslustigen Wespe. 20 Jahre später ist die Aufregung der Professionalität gewichen. Gestern feierte „ZuSa“ – drei Tage zu früh – 20-jähriges Bestehen.

Und unter den Gästen war gestern natürlich Christian Krebs. Der ist zwar mittlerweile stellvertretender Direktor der Landesmedienanstalt, aber seine Anfänge in der Branche vergisst man nie, schilderte er.

„ZuSa“-Vorstand Winfried Harendza (l.) blickte auf 20 Jahre Radio zurück, das Duo Kandidel umrahmte musikalisch.

Auch „ZuSa“ – die Abkürzung für ZuckerSalz mit Blick auf die beiden Standorte des Senders in Uelzen und Lüneburg – gehört mittlerweile zu den etablierten Bürgerradios des Landes. Bis zu 15 000 Menschen schalten täglich in den Kreisen Lüneburg, Uelzen, Harburg und Lüchow-Dannenberg ein, berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Harendza. Gefeiert wurde – natürlich – im Casino der Uelzener Zuckerfabrik, die ja mit Namensgeber des Radios ist. Nicht kommerzielles und damit werbefreie Bürgerradio – das heißt: Die Hörer dürfen und sollen mitgestalten, Sendung machen. Und das Interesse ist groß: Über 60 Gruppierungen und Vereine nutzen diese Gelegenheit der Präsentation, einige sind schon seit der ersten Stunde dabei. Ob Kultur, Sport, Feuerwehr – die Palette des Angebots ist vielfältig.

„Und sie geben auch Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich selbst mit Medien auseinanderzusetzen“, lobte Landrat Dr. Heiko Blume. Die Musik sei „schon...besonders“, urteilte Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt in seinem launigen Grußwort. Aber „ZuSa“ sei eben ein Bürgerradio und ahme nicht den Mainstream der großen Sender nach.

Unter Letzteren finde man aber große Beachtung, berichtete „ZuSa“-Geschäftsführer Wolfgang Laudan. „Unser Radio ist das Sprungbrett des Nordens.“ Zahlreiche Moderatoren, die man ausgebildet habe, versehen jetzt ihren Dienst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Noch bis zum Jahr 2021 läuft die Lizenz für Radio „ZuSa“. Und es sei „aus unserer Sicht eine sehr etablierte Größe“, stellte Christian Krebs eine weitaus längere Zukunft in Aussicht.

Von Thomas Mitzlaff

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