Uelzen hat laut Polizei zu Unrecht den Ruf eines Abzocker-Kreises – Unfallzahlen sinken

Von Radaranlagen „begleitet“

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Uelzen. „Abzocker-Kreis“, die Autofahrer würden „geschlachtet wie ein goldenes Kalb“ – Vorwürfen wie diesen sieht sich der Landkreis Uelzen immer wieder ausgesetzt angesichts von 18 stationären Radar-anlagen an seinen Fernstraßen.

Doch dieses Klischee sei unbegründet, betont Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte bei der hiesigen Polizeiinspektion: „Diese Mess-Standorte sind mit der Unfallkommission abgestimmt. Und wenn man die Zahlen über Jahre verfolgt, stellt man fest, dass die Überwachung Früchte in Form sinkender Unfallzahlen trägt. “.

Nirgends in der Region sinkt die Zahl der Verkehrsunfälle derart drastisch wie im Landkreis Uelzen. „Das einzige, was uns von Lüneburg und Lüchow-Dannenberg unterscheidet, ist die große Zahl an Radar-anlagen“, erläutert der Erste Polizeihauptkommissar. Dadurch werde das Geschwindigkeitsniveau und damit auch die Zahl der schweren Unfälle gesenkt.

Dabei stehen die „Blitzer“ nicht nur an Unfallschwerpunkten. „Wir setzen auch auf die so genannte Linienführung“, so Dobslaw. Wer auf der Bundesstraße 4 von Lüneburg bis Braunschweig fahre, werde permanent von Radaranlagen „begleitet“. Das wirke sich auf das Fahrverhalten aus. So sei auch im Landkreis Gifhorn, der ebenfalls auf stationäre Geschwindigkeitsmessung setzt, die Zahl der schweren Unfälle in den vergangenen Jahren um 36 Prozent zurückgegangen.

Eine solche „Linienführung“ strebt die Unfallkommission deshalb auch für die zweite Hauptverkehrsachse, die Bundesstraße 71, an. Deshalb soll die derzeit zwischen Uelzen und Kirchweyhe stehende Radaranlage, die wegen dem Bau der Kirchweyher Umgehung überflüssig wird, am Knotenpunkt Suhlendorfer Kreuz im Zuge der B 71 aufgestellt werden. „Ein Kreisverkehr wird dort wegen fehlender Mittel nämlich nicht gebaut“, erklärt der Verkehrsexperte.

Er wünsche sich im weiteren Verlauf der Straße außerdem noch einen Blitzer bei Növenthien.

Von Thomas Mitzlaff

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