Am Oldenstädter See soll Dirt Bike-Park entstehen

Ein Rad-Parcours mit Hürden

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Das Areal nahe der Oldenstädter Tennis- und Fußballplätze sieht derzeit wüst aus. Hier könnte ein Dirt Bike-Parcours entstehen, für den sich Tamino Pohle und Melvin Miklis starkmachen.

Uelzen-Oldenstadt – Mit ihren Rädern springen sie über Hügel und drehen sich in der Luft. Tamino Pohle und Melvin Miklis stecken viel Energie in das Dirt Bike-Fahren – und in eine Idee: Am Oldenstädter See soll ein Dirt Bike-Park entstehen. Es ist ein Projekt, bei dem Hürden zu nehmen sind.

Wenn sie mit ihren Rädern für Tricks in der Luft von der Rampe sausen, wissen Tamino Pohle und Melvin Micklis: Es kann auch eine Bruchlandung werden.

„Im Notfall springen wir dann ab“, sagt der 16-jährige Tamino. Als Dirt Bike-Fahrer kennen die beiden Teenager das Gefühl, schon mal auf der Nase zu landen. Es braucht Mut und Geduld – auch für ihre große Idee. Sie wünschen sich für die Region eine professionelle Anlage für das Dirt Bike-Fahren.

Bei der Sportart springen sie über Rampen und Hügel. Zurzeit müssen sie mindestens bis Hannover fahren, um eine „vernünftige Anlage“ nutzen zu können. So ergehe es auch noch anderen, sagt Tamino. Eine Unterschriften-Aktion zum Bau einer solchen Anlage trägt inzwischen mehr als 100 Unterzeichner. Auch klassische BMX- oder Mountainbike-Fahrer könnten den Parcours in der Region nutzen.

Am Oldenstädter See existiert eine alte Cross-Strecke. Genutzt wird sie, aber richtig zugelassen ist sie nicht. Die Bahn erfüllt auch nicht die Gegebenheiten eines professionellen Dirt Bike-Parcours. Tamino und Melvin zeigen der AZ ein Video auf dem Handy, in dem die Fahrer von hölzernen Rampen und Hügeln in einer Höhe von 1,80 bis zwei Metern „fliegen“. Eine solche Anlage ließe sich am O-See realisieren, sind die Beiden überzeugt.

Die Stadt Uelzen, bei der sie mit ihrer Idee vorstellig wurden (AZ berichtete), zeigt sich offen für das Projekt. Ein erster möglicher Standort am See wurde allerdings zuletzt verworfen, weil er nicht für schweres Gerät zugänglich wäre. Das braucht es aber. Taminos Vater, Michael Pohle, sagt: „Die Anlage soll DIN-gerecht erstellt werden.“

Dem trockenen Sommer 2018 haben die Teenager es aber zu verdanken, dass das Projekt nicht schon an der Standort-Frage scheitert. Unweit der Oldenstädter Tennis- und Fußballplätze an der Straße „Zum See“ ist ein Waldstück Opfer des Borkenkäfers geworden, der sich durch die Wärme mächtig ausbreiten konnte. Nur noch vereinzelte, abgestorbene Bäume sind zu entdecken. Der Vorteil auch: Das Grundstück ist bereits als Gebiet für Sportanlagen ausgewiesen, ein eigener Bebauungsplan müsste so nicht aufgestellt werden.

Bleiben noch die Kosten: 72 000 Euro hat die Stadt kalkuliert, wie Silke Weidenhöfer, Leiterin der Planungsabteilung, zuletzt im Oldenstädter Ortsrat berichtete. Es könnte Fördergeld über das Leader-Programm fließen, über den Kreissportbund, und auch Sponsoring sei ein Thema. So verringere sich der Betrag, erklärt Weidenhöfer.

Die Stadt sieht finanziell keinen rosigen Zeiten entgegen, 2020 wird bereits mit einem Minus von 2,5 Millionen Euro rechnet. Die Kämmerei der Hansestadt rät so von der Finanzierung des Projektes ab.

Der Ortsrat von Oldenstadt unterstützt das Vorhaben aber. Mehrheitlich spricht sich das Gremium dafür aus, dass die Stadt Geld für die Dirt Bike-Anlage in die Hand nimmt. Das letzte Wort hat aber der Rat der Hansestadt im Zuge der Haushaltsberatungen.

VON NORMAN REUTER

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