65 Prozent weniger Metronom-Züge

Trotz Streik fuhren zwischen Hamburg und Göttingen die meisten Züge. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihren Streik weiter fortgesetzt. Ein Ende wollte sie bis zum gestrigen Abend noch nicht bekanntgeben. Insgesamt sind gestern allein am Vormittag rund 65 Prozent der Metronom-Züge ausgefallen.

Am stärksten war vormittags die Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg betroffen. Als Ersatz wurden für die Fahrgäste Busse organisiert. Auf der Strecke Hamburg – Uelzen – Hannover – Göttingen und zwischen Hamburg und Bremen konnte jedoch nach Angaben der Eisenbahngesellschaft Metronom ein Großteil der Züge verkehren.

Zugleich betont Metronom, dass sich immer weniger Lokführer an dem Streik der GDL beteiligen. Im Vergleich zum letzten Streik im Mai würden dieses Mal mehr Metronom-Züge in Betrieb bleiben. „Wir begrüßen, dass unsere Lokführer zunehmend die Sinnhaftigkeit des Streiks in Frage stellen“, teilt Geschäftsführer Wolfgang Birlin mit. Bisher verdrehe die Gewerkschaft gezielt Tatsachen und bringe dadurch Metronom und die Gesellschafter in Misskredit. „Während die GDL streikt und unsere Mitarbeiter und Fahrgäste verunsichert, haben wir inhaltlich längst ein Angebot unterbreitet. Dieses Angebot trägt den Forderungen der GDL für unsere Mitarbeiter Rechnung“, ist Birlin sicher.

Für den Haustarif habe Metronom bereits Einmalzahlungen, Lohnerhöhung für alle Mitarbeiter, Regelungen für den Fall eines Betreiberwechsels und Absicherung bei Verlust der Fahrtauglichkeit angeboten. „Dennoch verweigert die GDL inhaltliche Verhandlungen“, kritisiert der Metronom-Geschäftsführer. „Stattdessen sollen wir uns einem bundesweiten Tarifdiktat unterwerfen.“ Seiner Meinung nach bedeute es „das Ende des Wettbewerbs im Schienenpersonennahverkehr“. Am vergangenen Freitag hatte die GDL die Tarifverhandlungen mit Metronom für gescheitert erklärt.

In den Metronom-Lagemeldungen auf der Internetseite www.der-metronom.de gibt das Unternehmen während der Streiks alle fahrenden Züge bekannt. Die Erreichbarkeit des Kundenzentrums ist nach Information des Unternehmens während der Streiks ausgeweitet worden.

Von Diane Baatani

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