Mädge und Pols wegen Idee zu Neubautrasse in der Kritik

Proteste in Sachen „Alpha E“

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In Evendorf sind Mitglieder von Bürgerinitiativen zu einer Kundgebung in Sachen „Alpha E“ zusammengekommen.

Uelzen/Evendorf – Die Pläne für einen Ausbau des Schiennetzes im norddeutschen Raum, darunter im Landkreis Uelzen, haben in dieser Woche einmal mehr die Wellen hochschlagen lassen. In Evendorf (Landkreis Harburg) ist es zu einer Kundgebung von Bürgerinitiativen gekommen.

Von bis zu 500 Teilnehmern und einer „beeindruckenden Anzahl von Treckern“ wird in Pressemitteilungen gesprochen, die Bürgerinitiativen veröffentlichten.

Um steigende Gütermengen von den Häfen abfahren zu können, sollen die Gleiskapazitäten erhöht werden – ein Dialogforum mit Bürgerinitiativen, betroffenen Ländern, Kommunen und der Bahn hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, keine neuen Trassen zu realisieren, sondern bestehende auszubauen. Für die Strecke Lüneburg – Uelzen wurde im Konzept mit dem Titel „Alpha E“ ein drittes Gleis geplant.

Im Landkreis Uelzen regt sich Widerstand gegen ein drittes Gleis in Bad Bevensen – und die Nachbarstadt Lüneburg stemmt sich mit Kräften gegen das Vorhaben. Für diese Woche hatten Lüneburgs Bürgermeister Ulrich Mädge und der CDU-Bundestagsabgeordneter Eckhard Pols aus Lüneburg zu einer Pressekonferenz in den Landkreis Harburg eingeladen, um sich für eine aus ihrer Sicht besseren Lösung stark zu machen: Der Bau einer „Bahnstrecke entlang der A7“ – zur Pressekonferenz ist es letztlich nicht gekommen, wohl aber zu einer Kundgebung der Bürgerinitiativen in Evendorf.

Die Teilnehmer protestierten mit Treckern, Plakaten und Bannern „gegen die immer wieder von Lüneburger Seite ins Spiel gebrachte Variante“, wie die Bürgerinitiative Aktionsbündnis für die Ostheide schreibt. In Redebeiträge sei erklärt worden, dass man den Lüneburgern zugestehe, nicht mit einem dritten Gleis einverstanden zu sein, aber von Demokraten erwarte man auch, dass sie das mit Mehrheit beschlossene Dokument des Dialogforums Schiene Nord akzeptieren und konstruktiv an der Umsetzung mitarbeiten würden.

Unter Politikern gibt es zu den Ausbauplänen unterschiedliche Auffassungen – auch wenn sie aus der gleichen Partei kommen. So sagt der hiesige Bundestagsabgeordnete Henning Otte, wie Pols ein Christdemokrat: „Überlegungen zu einer Abkehr der mit breiten Konsens getragenen Alpha E-Variante sind völlig aus der Luft gegriffen und für mich befremdlich.“ Otte weiter: „Das Alpha E hat Bestand und wird realisiert.“

Dass die Pressekonferenz von Mädge und Pols in Evendorf schließlich abgesagt wurde, wird von den beiden in knappen Sätzen erklärt. Es habe im Vorfeld der geplanten Pressekonferenz Kritik gegeben, für die man Verständnis habe. Pols und Mädge würden es nun für richtig halten, „weiter das Gespräch mit dem Landkreis Harburg zu suchen.“

VON NORMAN REUTER

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