Protest mit Lkw und Trecker

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Wegen des starken Verkehrs auf der Ortsdurchfahrt zwischen Grundschule und „Dorfkrug“ in Westerweyhe können viele Kinder die Straße nur mit Mühe überqueren. Nun wollen Eltern mit einer ungewöhnlichen Aktion gegen die Gefahrenstelle protestieren.

Uelzen-Westerweyhe - Von Bernd Schossadowski. Das Klingeln der Pausenglocke geht unter im Dröhnen der Lastwagen auf der Ortsdurchfahrt. Es ist 12.45 Uhr, der Unterricht in der Grundschule Westerweyhe ist zu Ende. Doch für viele Schüler beginnt jetzt das eigentliche Abenteuer: Sie müssen die viel befahrene Straße zwischen ihrer Schule und dem „Dorfkrug“ überqueren. Und das ist angesichts des Verkehrs und des Tempos der Fahrzeuge oft ein gefährliches Unterfangen.

„So kann es nicht weitergehen“, sagt Karl-Heinz Günther, Ortsratsmitglied und Elternratsvorsitzender der Grundschule. Auch Kathrin Busse, Mutter zweier Schülerinnen, beklagt „unmögliche Verkehrsverhältnisse“. Ihr Vorwurf: „Es kann doch nicht sein, dass die Kinder wegen des Verkehrs nicht mehr über die Straße können.“

Ihre Forderung nach einem sicheren Schulweg haben die Eltern schon mehrfach geäußert, zuletzt mit mehr als 50 Wunschzetteln am Weihnachtsbaum im Rathaus der Stadt. Doch bislang blieb alles ohne Erfolg. Jetzt wollen die Eltern mit einer neuen, ungewöhnlichen Aktion auf ihr Anliegen hinweisen: Anlässlich der alljährlichen Dorfbegehung des Ortsrates mit Vertretern der Stadtverwaltung am 10. Februar wollen die Eltern demonstrieren, wie riskant es ist, wenn zwei Lastwagen auf der Ortsdurchfahrt aneinander vorbeifahren.

„Wir werden an verschiedenen Stellen im Ort typische Situationen im Park- und Begegnungsverkehr mit Lkws und Treckern darstellen“, kündigt Günther an. Die Fahrzeuge stellen Eltern, Freunde und Bekannte zur Verfügung. Dabei gehe es aber nicht darum, die Straße zu blockieren, betont Günther. Das Ziel sei vielmehr, eine Änderung des Schulwegeplans der Stadt zu erreichen. Gefährliche Stellen für Kinder sollen entschärft werden. „Wir wollen handeln, bevor etwas passiert“, bekräftigt der Schulelternratsvorsitzende.

Er wünscht sich wie viele andere Westerweyher die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs oder einer Tempo-30-Zone auf der Ortsdurchfahrt – zum Beispiel mit einer elektronischen Tafel, die während des Schulunterrichts auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hinweist, zu anderen Zeiten aber ausgeschaltet bleibt. „An der Hermann-Löns-Schule in Uelzen klappt das doch auch hervorragend“, sagt Günther. Zudem fordert er den Bau einer Querungshilfe an der Straße Stadtberg, auf Höhe des ehemaligen Bäckers.

Nun deutet die Stadt Uelzen ein Entgegenkommen an. So kann sich Baudezernent Karsten Scheele-Krogull vorstellen, am „Dorfkrug“ probeweise Tempo 30 anzuordnen. „Dann aber mit herkömmlichen Schildern und nicht mit den elektronischen, denn die wären viel zu teuer“, erklärt er. Auch eine Querungshilfe auf der Fahrbahn hält er für sinnvoll. Dagegen seien für die Einrichtung eines Zebrastreifens die Schülerzahlen in diesem Bereich „deutlich zu gering“. Welche verkehrberuhigende Maßnahme umgesetzt werden soll, müsse nun der Ortsrat entscheiden.

Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Stöcks kennt die Gefahrenstelle vor der Grundschule. „Da muss was passieren“, fordert auch er. Die Sorgen der Eltern kann er nachvollziehen. Doch Stöcks weiß auch, dass viele der geparkten Autos, die dort die Straße verengen, den Eltern gehören, die ihre Kinder morgens zur Schule bringen und mittags abholen. „Vieles ist dort hausgemacht“, erklärt Stöcks und fragt sich, warum die Eltern nicht am deutlich verkehrsärmeren Festplatzweg neben der Schule parken. Grundsätzlich sei gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr sehr wichtig. Sein Appell: „Wenn jeder sich daran halten würde, was er von anderen fordert, wäre allen geholfen.

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