Auf Propst-Schau

Wolfvon Nordheim

Uelzen/Hannover - Von Marc Rath. Der Fahrplan steht – im Juni soll der Kirchenkreistag einen neuen Propst wählen (AZ berichtete). Der zehnköpfige Wahlausschuss von Vertretern des Kirchenkreises und der Propst-Gemeinde St. Marien ist derzeit praktisch auf Propst-Schau: Weitgehend inkognito beobachten die Mitglieder des Gremiums die Bewerber in ihren Heimatgemeinden vor und in den Ostertagen.

Drei Kandidaten haben sich nach AZ-Informationen beworben. Zwei können in die engere Auswahl kommen. Vertreter des Landeskirchenamtes haben mit dem Wahlausschuss in Uelzen jetzt die Regularien besprochen. Nach seinen Besuchen wird der Wahlausschuss sich mit dem Kirchenvorstand der Propst-Gemeinde St. Marien abstimmen, wer die beiden Kandidaten sein sollen, für die die Landeskirche dann den so genannten Wahlaufsatz einleiten wird.

Vor ihrer Vorstellung in der nichtöffentlichen Kirchenkreistagssitzung müssen sich beide Kandidaten der Öffentlichkeit präsentieren: Sie werden einen Aufstellungsgottesdienst in St. Marien halten, zu dem neben der Gemeinde auch die Mitglieder des Kirchenkreistages und die Öffentlichkeit eingeladen werden. „Diese Termine werden wir mit den Bewerbern dann rechtzeitig abstimmen“, kündigt die stellvertretende Pröpstin Heike Burkert an. Sie nimmt derzeit weitgehend die Amtsgeschäfte des Propstes im Kirchenkreis wahr.

Im Verfahren des Landeskirchenamtes gegen den zum Jahresende auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Propst ist „demnächst“ eine mündliche Verhandlung anberaumt, erklärte Landeskirchen-Sprecher Christian Weisker auf AZ-Nachfrage. Vor genau einem Jahr hatte Wolf von Nordheim das Finanzdesaster der inzwischen insolventen Diakonie gGmbH offen gelegt. In dem Zuge war ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet worden.

Im Oktober hatte die Landeskirche nach dem Rückzug von Nordheims von allen seinen Ämtern die unabhängige Disziplinarkammer der Hannoverschen und Braunschweigischen Landeskirche eingeschaltet. „Die Kammer ist sehr bemüht um eine beschleunigte Behandlung“, betonte Weisker. Allgemein ziehen sich derartige kirchenjuristische Auseinandersetzungen über Monate hin.

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