Sturzbetrunken im Verkehr – damit soll bald Schluss sein, fordern Experten

Promille-Radler im Visier

Uelzen/Landkreis. „Wenn ich Trinken fahre, fahr’ ich Rad. “ Diese Einstellung hält Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, für fatal – aber verbreitet.

Wenige Tage vor dem 53. Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar ist eine Debatte um Radfahrer unter Alkoholeinfluss entbrannt. Verkehrsexperten fordern: Die Grenze für die strafbare absolute Fahruntüchtigkeit sollte auf den für Autofahrer geltenden Wert von 1,1 Promille gesenkt werden. Derzeit liegt die rechtliche Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit für Radler bei 1,6 Promille. Wer weniger Alkohol im Blut hat und unauffällig fährt, muss nicht einmal ein Bußgeld fürchten.

Die Vorstellung, dass jemand mit dem Fahrrad oder Pedelec und 1,6 Promille im Blut durch die Lüneburger Straße fährt, findet auch Dobslaw „sehr bedenklich“. Eine niedrigere Grenze sei schon deshalb notwendig, weil die Verkehrssituation in den vergangenen Jahrzehnten deutlich komplexer geworden sei. Mehr Verkehr, höhere Geschwindigkeiten: „Das passt heute nicht mehr in die Zeit.“

Wer kein vierrädriges Fahrzeug mehr unter Kontrolle habe, der habe auch kein Zweirad mehr im Griff. [...]

Von Anna Petersen

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