Radwegebau, Carsharing, plastikfreier Kreis – SPD stellt Ideen vor

18 Projekte für den Klimaschutz im Landkreis Uelzen

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Beim sogenannten Carsharing-System teilen sich Menschen einen bereitgestellten Wagen. Die SPD wünscht sich einen Anbieter für den Landkreis Uelzen.

Uelzen/Landkreis – Eine Seitenzahl sagt wenig aus, findet Andreas Dobslaw. 135 Seiten stark ist das Klimaschutzkonzept für den Landkreis Uelzen, das 2015 abgefasst wurde. Der Chef der SPD-Kreistagsfraktion meint: Inhaltlich „ist es dünn“.

Zu viele Absichtserklärungen, zu wenig klar formulierte Maßnahmen. Die Sozialdemokraten im Kreistag haben so in dieser Woche ihr „Offenes Klimaschutzbuch“ vorgelegt.

Das erklärte Ziel: Bis 2030 soll der Ausstoß von CO2 soweit im Landkreis minimiert werden, dass er für das Klima nicht mehr schädlich ist. 18 Anträge zu Maßnahmen wurden erarbeitet, mit denen das Ziel erreicht werden soll. „Sie werden Geld kosten“, sagt Dobslaw. Er erwarte auch Diskussionen, „aber die braucht es auch.“

Ein Bündel von Anträgen befasst sich mit dem Radverkehr. Wer nicht ins Auto steigt und stattdessen in die Pedalen trifft, hilft dabei, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu minimieren. Der Sozialdemokrat berichtet, dass zurzeit beim Landkreis eine Liste für neue Radwege erörtert werde. 20 Trassen stünden auf dieser Liste, pro Jahr werde zurzeit ein Radweg realisiert. „Damit hätten wir in 20 Jahren alle fertig“, sagt er. „Wie geht das schneller?“, fragt Dobslaw und verweist auf das Klimaschutzbuch. Statt 200 000 Euro sollen künftig jährlich 400 000 Euro für neue Radwege zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen 100 000 Euro jährlich für die Sanierung von Trassen fließen. Es brauche auch die personelle Ausstattung für den Bau und die Unterhaltung der Radwege. Eine Halbtagsstelle soll dafür bei der Kreisstraßenmeisterei besetzt werden.

Der Landkreis Uelzen verfüge über die ausreichenden Gelder, um die Ausgaben zu finanzieren, sagt Dobslaw. Er verweist auf Rücklagen, die der Landkreis in den vergangenen Jahren habe bilden können.

Anderes im Klimaschutzbuch ist nicht in erster Linie eine Kostenfrage. Die SPD spricht sich für ein flächendeckendes Carsharing-System aus. Für Fahrten können bei diesem System beispielsweise zur Verfügung gestellte Auto genutzt werden, vereinfacht gesagt: Man teilt sich die Wagen. Der Landkreis soll nicht selbst als Betreiber eines solchen Carsharing-Systems auftreten, sondern vielmehr soll ein Unternehmen gesucht werden, das sich vorstellen kann, in der Region aktiv zu werden.

Nach dem Willen der SPD wandelt sich der Landkreis auch zu einem möglichst plastikfreien Gebiet. Ob beim Schulfest, bei der Großveranstaltung oder in der Gastronomie – möglichst soll ohne Plastikbesteck ausgekommen werden. „Dafür müssen die Akteure an einen Tisch“, sagt Dobslaw. Und zwar nicht nur kommunale Vertreter, Vereine und Verbände, sondern „auch jemand von McDonalds“. Die SPD regt einen runden Tisch an, bei dem das Vorgehen besprochen werden soll.

Die SPD hat in dieser Woche allen Fraktionen im Kreistag das Klimaschutzbuch zukommen lassen. „Es stehen jetzt die politischen Beratungen an“, sagt Dobslaw. Da viele der Anträge Auswirkungen auf die Finanzen des Landkreises hätten, würden sie sicher auch bei den Haushaltsklausuren der Parteien besprochen. Dobslaw hofft, dass für 2020 bereits erste Maßnahmen beschlossen werden.

VON NORMAN REUTER

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