Entscheidung am 11. Oktober im Rat?

Projekt „Frauenstatue“ stockt: Diese vier Entwürfe sind noch im Rennen

Das sind die vier Entwürfe, die im Ideenwettbewerb „Frauenstatue“ noch in Uelzen umgesetzt werden könnten. Die Entscheidung könnte am 11. Oktober im Rat fallen.
+
Das sind die vier Entwürfe, die im Ideenwettbewerb „Frauenstatue“ noch in Uelzen umgesetzt werden könnten. Oben links: „Kokon und Flachswickel“ von Simona Staehr aus Bad Bevensen; daneben: „Frau, Wirtschaft, Handel“ von Kathrina Meyn aus Hannover; vorne: die „Venuskogge“ von Claus Kobernuß (stellvertretend für Leben leben in Uelzen); ganz rechts: „Hansefrau“ von Flora Miranda Seierl, österreichische Modedesignerin, die im belgischen Antwerpen lebt. Die Entscheidung könnte am 11. Oktober im Rat fallen.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
    schließen

Schon lange wird die „Frauenstatue“ für Uelzen politisch diskutiert. Nach Ablauf der Ausschreibung des Ideenwettbewerbs hat die Jury 28 Beiträge gesichtet, noch vier sind übrig. Am 11. Oktober könnte der Rat entscheiden, ob und welcher Entwurf realisiert wird.

Uelzen – 28 Entwürfe für eine Frauenstatue, die noch in diesem Jahr am Alten Rathaus aufgestellt werden soll (AZ berichtete), hat die Jury des Ideenwettbewerbs bewertet. Vier blieben übrig, deren Umsetzung als Kunstwerk für Uelzen denkbar ist. Die Künstler stellten Entwürfe und Gedanken dazu am Donnerstag im Betriebsausschuss Kultur, Tourismus und Stadtmarketing (KTS) vor.

Das letzte Wort, ob ein Modell realisiert wird, hat der „alte“ Rat, der noch zwei Mal tagt – zuletzt am 11. Oktober. Soll hier eine Entscheidung fallen, müsste der Betriebsausschuss KTS, der das Thema auf Antrag von Fred Müller (SPD) jetzt in die Fraktionen verwies, vorher noch einmal tagen. Dies könnte am 7. Oktober passieren.

Modell im Maßstab 1:10 im Ratssaal

Das wiederum erstaunte die Juryvorsitzende Prof. Dr. Beate Söntgen. Die Kunsthistorikerin der Leuphana Universität Lüneburg, die aus dem Rheinland online zugeschaltet war, sagte: „Ich würde mir sehr wünschen, dass die vier Entwürfe diskutiert werden und dass auch einer zur Umsetzung kommt. Es wäre deprimierend und schade, ja ein Jammer, wenn das nicht zustande käme.“

Die Jury hatte dem Ausschuss entgegen der Planungen vier statt nur drei Entwürfe vorgestellt und bewusst darauf verzichtet, eine Wertung vorzunehmen. Man schlage vor, hinter dem Siegerentwurf, der mit 5000 Euro honoriert wird, die restlichen 3500 Euro zu gleichen Teilen auf die anderen drei Entwürfe aufzuteilen. Dass das angesichts der anders lautenden Ausschreibung nicht geht, betonte Kulturdezernent Dr. Florian Ebeling.

Diese vier Arbeiten wurden vorgestellt

Die vier Modelle der Frauenstatue im Maßstab 1:10 standen zur Ansicht im Ratssaal. „Das Kunstwerk muss sich nicht sofort erschließen, es soll den Horizont erweitern“, betonte Prof. Dr. Söntgen. Vorgestellt wurden:

„Venuskogge“ (Claus Kobernuß, stellvertretend für den Berufsbildungsbereich Arbeit & Produktion von Leben leben in Uelzen): Der Griff und das Kreuz des Venussymbols sind hier Kiel und Deck (als Sitzgelegenheit) der Hansekogge. Mehr dazu finden Sie hier.

„Hansefrau“ (Flora Miranda Seierl, österreichische Modedesignerin, lebt in Antwerpen): Basis ist das Rechenwerkzeug Abakus. Aus Ringen abstrahiert aufgebaut, steht die Frau mit offenen Armen, bietet Sitzgelegenheiten und „Geborgenheit im städtischen Tumult“. Innen befindet sich ein Brunnen. Mehr dazu finden Sie hier.

„Frau, Wirtschaft, Handel“ (Kathrina Meyn, Bildhauerin aus Hannover): Drei Podeste können erklettert werden, ein Flachsbeet wächst mäanderförmig um diese herum, symbolisiert den Wasserlauf. Mehr dazu finden Sie hier.

„Kokon und Flachswickel“ (Simona Staehr, Bad Bevensen): Der gewickelte Flachsballen erinnert an die weibliche Figürlichkeit, das Werk soll eine Metapher für den Wandel der Frau in der Gesellschaft sein. Ihr Haupt befindet sich im Schlüpfungsprozess der Raupe zum Schmetterling, die Kopfbedeckung als Kokon und der Leib als Flachswickel. Mehr dazu finden Sie hier.

Details zu Material, Größe und Kosten des Kunstwerks müssen ebenso noch erörtert werden wie Haftungsfragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare