Kampf um begehrte Mitarbeiter

Projekt „Fachkräftemarketing“: Landkreis Uelzen erhofft sich mehr Attraktivität

+
Vor allem in der Pflegebranche herrscht ein Fachkräftemangel. Der Landkreis Uelzen möchte nun analysieren, warum Fachkräfte hier arbeiten und/oder wohnen, und warum nicht.

Uelzen/Landkreis – Fachkräfte werden auch im Landkreis Uelzen händeringend gesucht. „Den Fachkräftemangel spürt man an jeder Ecke“, sagt Landrat Dr. Heiko Blume.

Der Landkreis möchte im Rahmen des neuen Projekts zum Fachkräftemarketing nun herausfinden, was Unternehmen für Arbeitnehmer interessant macht, warum sie hier arbeiten, oder auch nicht.

Blume: „Wir erhoffen uns einen Blick von oben, ob es passt, was wir aktuell machen. Schließlich kann man ein Klavier auch anders bespielen. Unser Ziel ist es, die freien Stellen besser zu besetzen. “.

Dafür arbeitet der Landkreis mit der Firma ExperConsult aus Dortmund zusammen. Diese soll ein Gutachten zu Entscheidungsprozessen und Einflussfaktoren der Arbeitsplatz- und Wohnortwahl von Fachkräften erstellen. „Im ersten Teil geht es um eine Analyse, die bis zum kommenden Sommer geplant ist“, erklärt Heidi Narberhaus, die als Sachbearbeiterin in der Stabsstelle Wirtschaftsförderung beim Landkreis tätig ist und sich schwerpunktmäßig um die Unternehmensbetreuung kümmert. Dafür werden Schüler aus Abschlussklassen, Studenten der Ostfalia-Hochschule sowie ehemalige Schüler, zum Beispiel des Lessing-Gymnasiums Uelzen, nach ihren Erfahrungen befragt. Auch der Bedarf bei Unternehmen werde abgefragt. Narberhaus: „Im zweiten Schritt soll eine Toolbox erstellt werden für Unternehmen, die ihnen an die Hand gegeben werden soll. Wir leisten als Landkreis die Netzwerkarbeit im Hintergrund, der Dienstleister zieht dann die Schlüsse aus den vorliegenden Ergebnissen.“ Anschließend folgen die Erstellung und Umsetzung eines Marketingkonzepts.

Während die Bevölkerungszahl im Landkreis sinke, steige die Anzahl der im Landkreis sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Der Landkreis hat zudem die Pendlergruppe im Auge, die im Landkreis arbeitet, aber nicht wohnt – und umgekehrt. Narberhaus: „Wir gucken spezifisch, was wir brauchen, zum Beispiel in den Bereichen Pflege/Medizin, Tourismus und Ernährung.“

Der Nachbar-Landkreis Lüchow-Dannenberg hat übrigens bereits seit Jahren die Rückkehr von ehemaligen Bewohnern im Blick und wurde für seine diesbezüglichen Projekte auch ausgezeichnet.

VON TIMO HÖLSCHER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare