Preise im Landkreis deutlich gestiegen / Riggert: „Boden ist ein knapper Faktor“

Problemfeld Pacht

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Für Pachtland müssen Landwirte tiefer in die Tasche greifen – auch im Landkreis Uelzen, wie Kreislandwirt Thorsten Riggert erklärt.

Uelzen/Landkreis. „Boden ist ein knapper Faktor“ – und zwar auch im Landkreis Uelzen. Das sagt Thorsten Riggert mit Blick auf die gestiegenen Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen in den vergangenen Jahren.

Durchschnittlich 350 bis 400 Euro pro Hektar müssten die Landwirte für die Pacht von Ackerland in die Hand nehmen, schätzt der Kreislandwirt. „Vor vier bis fünf Jahren lag das Niveau bei 250 bis 300 Euro. “.

Der Grund: Auf dem Acker ließe sich „wieder Geld verdienen“, meint Riggert. „Der Preisanstieg hier kommt zustande, weil es interessant ist, Getreide, Rüben, Kartoffeln anzubauen.“ Da Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung nun mal aber „ein knapper Faktor“ seien, wie Riggert sagt, stiegen in der Folge die Preise merklich.

Niedersachsenweit ist das Pachtniveau laut Statistikamt zwischen 2010 und 2013 im Schnitt von 271 auf 376 Euro gestiegen. Der Preisanstieg für Ackerland fiel dabei noch höher aus und liegt nun im Mittel bei 435 Euro pro Hektar.

Knackpunkt seien in erster Linie die Ausgleichsflächen für die Bebauung, erklärt Uelzens Kreislandwirt. „Das sind 80 Hektar am Tag in Deutschland“ – für die Bebauung einschließlich der Ausgleichsflächen. Von einem „Flächenkampf“, wie er in Regionen mit größerer Viehdichte zum Teil entbrannt ist, könne man im Landkreis Uelzen zwar nicht sprechen, dennoch: „Die Pachten sind für die wirtschaftenden Betriebe einfach ein Ausgabenblock“.

Die Konsequenz: „Das unternehmerische Risiko steigt.“ Denn Pachtverträge, meint Riggert, hätten in der Regel eine Laufzeit von neun bis zwölf Jahren. Nicht auszuschließen sei aber, dass sich mit den angebauten Feldfrüchten auf dem gepachteten Land irgendwann weniger Geld verdienen ließe.

Im Landkreis Uelzen sind, laut Riggert, etwa 75 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche gepachtet. Bei einem 100-Hektar-Betrieb ergäben sich da bei einem durchschnittlichen Preisanstieg um 100 Euro schnell Mehrausgaben von 7500 Euro.

Erste Ergebnisse aus der Agrarstrukturerhebung 2013, bei der in Niedersachsen eine Stichprobe von etwa 25 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe befragt wurde, haben ebenfalls ergeben, dass die Anzahl der Betriebe weiterhin rückläufig ist – eine Entwicklung, die auch vor dem Landkreis Uelzen nicht Halt macht, weiß Riggert.

Da spielten mitunter außerlandwirtschaftliche Alternativen eine Rolle und natürlich die allgemeine demografische Entwicklung. Und ja, auch die Pachtpreise seien ein Punkt, wenn auch nicht der ausschlaggebende.

Von Anna Petersen

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