Aus wirtschaftlichen Gründen

Postbank verlässt Oldenstadt: Mitte Oktober ist bei „Lotto Heers“ Schluss

Vom 13. Oktober an können Postbank-Kunden bei „Lotto Heers“ kein Geld mehr abheben, Überweisungen tätigen oder Kontoauszüge drucken. Aus wirtschaftlichen Gründen stellt das Unternehmen diese Dienstleistungen ein.
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Vom 13. Oktober an können Postbank-Kunden bei „Lotto Heers“ kein Geld mehr abheben, Überweisungen tätigen oder Kontoauszüge drucken. Aus wirtschaftlichen Gründen stellt das Unternehmen diese Dienstleistungen ein.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Nachdem sich 2018 bereits Sparkasse und Volksbank aus Oldenstadt verabschiedet hatten, hat nun auch die Postbank angekündigt, ihre Finanzdienstleistungen bei „Lotto Heers“ einzustellen – und zwar schon in zwei Wochen.

Uelzen-Oldenstadt – Für die Menschen in Oldenstadt wird es vom 13. Oktober an nicht mehr möglich sein, bei „Lotto Heers“ Postbank-Gechäfte zu erledigen. Wer Geld abheben, einzahlen, Überweisungen tätigen oder Kontoauszüge ausdrucken möchte, muss dafür dann in die Filiale an der Bahnhofstraße 14-16 in Uelzen fahren. Das hat Oliver Rittmaier aus der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Postbank jetzt auf AZ-Anfrage bestätigt.

Insbesondere für ältere Menschen, die ihr Konto bei der Postbank haben, ist das die eine schlechte Nachricht. Mitte März 2018 hatte schon die Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg ihre Filiale aufgegeben, zum 1. Mai 2018 verabschiedete sich dann auch die Volksbank Uelzen-Salzwedel aus dem Ortsteil. Gemeinsam bieten beide Geldinstitute seither zumindest einen Geldautomaten in der alten Sparkassen-Filiale an, die direkt neben „Lotto Heers“ liegt. Dort können natürlich auch Postbank-Kunden künftig Geld abheben, müssen dafür aber mit entsprechenden Gebühren von mehreren Euro rechnen.

„Postdienstleistungen bleiben unverändert erhalten

Wie einst Sparkasse und Volksbank begründet auch die Postbank ihren Rückzug aus Oldenstadt mit den Veränderungen des Bankgeschäftes: „Die unter anderem durch die Digitalisierung ausgelöste Veränderung im Kundenverhalten führt dazu, dass Postbank und Deutsche Post regelmäßig ihr Filialnetz in Bezug auf Kundenverkehr, Produktnutzung und auch Kosten überprüfen. Der Aufwand muss in einem ausgewogenen Verhältnis zum Ertrag stehen. Deshalb messen wir die Wirtschaftlichkeit unseres Angebotes regelmäßig.

Diese Prüfung führt in manchen Fällen zum Ergebnis, dass in einer bestimmten Filiale Bankdienstleistungen nicht mehr wirtschaftlich nachhaltig angeboten werden können. Wo dies der Fall ist, verständigen sich die Postbank und die Deutsche Post, diese Services aus der Partner-Filiale herauszunehmen. Auch bei der Partner-Filiale am Platz 1 in Uelzen war dies der Fall. Die Finanzdienstleistungen werden hier zum 13. Oktober aus dem Sortiment genommen. Die Postdienstleistungen bleiben unverändert erhalten“, teilt Pressesprecher Rittmaier mit.

„Ärgerlich, leider war aber damit irgendwann zu rechnen“

Oldenstadts Ortsbürgermeister Klaus Knust erfuhr von den Plänen der Postbank erst im Gespräch mit der AZ. „Das ist das Neueste, was ich höre. Natürlich ist das ärgerlich, leider war aber damit irgendwann zu rechnen, weil immer mehr Menschen Onlinebanking nutzen. Entscheidend ist vor allem, dass die Post an sich erhalten bleibt. Diese nutzen auch viele Geschäfte und Firmen aus Uelzen“, so der SPD-Politiker, der ergänzt: „Leider wird so ein Konzern seine Entscheidung nicht ändern, wenn wir uns als Ortsrat einbringen.“

In Oldenstadt informiert die Postbank ihre Kunden jetzt durch einen Aushang über die Herausnahme der Finanzdienstleistungen und Ausweichmöglichkeiten. Eine Alternative zum kostenfreien Geldabheben seien womöglich auch Supermärkte, die das sogenannte Cashback-Verfahren anbieten. Hier können sich Kunden beim bargeldlosen Bezahlen bis zu 200 Euro Bargeld auszahlen lassen. In Uelzen ist dies laut Postbank bei Netto (Birkenallee 8), im Toom-Baumarkt (Hambrocker Straße 55), im Lidl an der Bernhard-Nigebur-Straße und im Rewe im Marktcenter möglich.

Alternativ könnten Kunden das Online-, Telefon-Banking oder die Banking-App nutzen, sich ihren Finanzstatus mit allen Kontobuchungen nach Hause schicken lassen und Überweisungen per Post einreichen. Nicht alle dieser Services seien aber kostenlos.

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