Auf Rücken von Metronom – „Identität massiv missbraucht“

Uelzen: „Nulltarif-Kampagne“ hat ein Nachspiel – Staatsschutz ermittelt gegen Klima-Aktivisten

Ob die mit Logos abgebildeten Initiativen tatsächlich beteiligt waren, muss ermittelt werden. screenshot: freie-fahrt-voraus.de
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Ob die mit Logos abgebildeten Initiativen tatsächlich beteiligt waren, muss ermittelt werden. screenshot: freie-fahrt-voraus.de
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Uelzen – Nachdem ein selbsternanntes „Klima-Aktionsbündnis“ in noch unbekannter Konstellation die private Eisenbahngesellschaft Metronom mit einer angeblich einwöchigen Nulltarif-Kampagne für seine Zwecke missbraucht hat, gibt es jetzt ein Nachspiel: Das Unternehmen mit Sitz in Uelzen hat bei der Polizei wie erwartet Anzeige erstattet.

„Weil der Fall einen politischen Hintergrund haben könnte, ist auch der polizeiliche Staatsschutz in die Ermittlungen involviert“, sagte Polizeipressesprecher Kai Richter auf Anfrage. .

Metronom-Sprecher Björn Pamperin erklärte: „Die Identität von Metronom ist ganz massiv missbraucht und das Urheberrecht verletzt worden. Das geht natürlich nicht. Viele Fahrgäste waren sehr verunsichert und teilweise auch sauer darüber, dass sie in die Irre geführt worden sind. (AZ berichtete) Damit, dass wir die Polizei einschalten, mussten die Aktivisten rechnen, denn die unternehmerischen Rechte müssen gewahrt bleiben.“

Die Drahtzieher der „Fake-Aktion“, die täuschend echte Flyer und Aufkleber entworfen hatten, laut denen noch bis zum 5. September jeder die Metronom-Züge kostenlos nutzen könne, veröffentlichten auf der eigens eingerichteten Internetseite inzwischen „sowas wie ein Bekennerschreiben“, wie es wortwörtlich heißt. „Dass wir so viel auslösen, hätten wir nicht abgeschätzt und war nicht unsere Absicht. Das Ziel war und ist, über die Idee des kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs zum Nachdenken anzuregen. Nicht mehr und nicht weniger“, so die Aktivisten.

Metronom hatte seine Fahrgäste über die Kanäle in den sozialen Netzwerken informiert, Pamperin sprach dazu am Bahnhof Bienenbüttel eine Videobotschaft ein. Er stellt klar: Kein einziger Fahrgast sei wegen Schwarzfahrens belangt worden. Wer im guten Glauben ohne Ticket eingestiegen sei, habe das beim „Notverkauf“ im Zug nachlösen können. Viele hätten den Braten aber gerochen. Flyer und Aufkleber wurden eingesammelt.

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