Umbau der Leitstelle ab Juni

Polizeidirektion Lüneburg verzeichnet 15 Notrufe pro Stunde

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Der ehemalige Innenminister Uwe Schünemann hatte 2013 den Umbau der Leitstelle begonnen. Archivfoto: Behns

dib Uelzen. 357 Notrufe gehen täglich in der Einsatzleitstelle der Polizeidirektion Lüneburg ein. Wer aus dem Landkreis Uelzen die 110 wählt, landet bei den dortigen Kollegen.

Bei rund 15 Anrufen pro Stunde trete in der Notrufzentrale keine Überlastung ein, erklärt Pressesprecherin Wiebke Hennig von der Polizeidirektion Lüneburg auf AZ-Nachfrage. Einen Personalengpass, wie nach Medienberichten möglichweise zur Annahme von Notrufen bei der niedersächsischen Polizei herrscht, gebe es nicht.

Aber an Tagen wie Silvester oder Himmelfahrt, wenn zahlreiche Einsätze gefordert werden, laufen die Drähte heiß, ebenso zum Beispiel beim Großbrand am Stint in Lüneburg oder bei einem großen Unfall auf der Autobahn im Bereich der Polizeidirektion. „Dann kann es schon mal 30 bis 40 Sekunden dauern, bis ein Anrufer durchkommt“, sagt Hennig. Allerdings werde die Nummer des Anrufers erfasst, selbst wenn sie unterdrückt ist, und das System zeigt auch den Inhaber der Mobilfunkkarte an – solange keine Prepaidkarte verwendet wird. Somit rufe die Zentrale zurück, falls ein Anrufer schon aufgelegt hat, erläutert Henning.

Als die Leitstelle vor mehr als drei Jahren von Uelzen nach Lüneburg verlegt wurde, hatte es Irrfahrten wegen mangelnder Ortskenntnisse gegeben. Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 4 war ein Rettungswagen von der Notrufzentrale in einen falschen Ortsteil von Uelzen geschickt worden, während der Schwerverletzte über 30 Minuten bei minus sieben Grad eingeklemmt in seinem Fahrzeugwrack ausharren musste. Auch dieses Problem könne nicht mehr auftauchen, betont Wiebke Hennig, da via Handy der Standort des Anrufers ermittelt werde. Zudem seien nun Bundesstraßen nach Abschnitten eingeteilt, sodass es auf diesen Strecken auch nicht mehr zu Kommunikationspannen kommen könne – selbst wenn die neue Leitstelle in Lüneburg mit einem wesentlich größeren Team und neuen Rechnern eröffnet wird, erklärt sie. Ab Juni beginnt nach Angaben der Polizeisprecherin der Umbau, die kooperative Leitstelle für Polizei und Feuerwehr ist dann ab dem nächsten Jahr für acht Landkreise zuständig. Die Uelzener landen dort jedoch nur mit dem Notruf 110. Wählen sie die 112, erreichen sie den Leitstellenverbund von Uelzen, Celle, Gifhorn und Dannenberg.

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