Täter geben sich am Telefon als Beamte aus

Uelzens Polizei warnt vor Betrügern

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An den vergangenen Tagen riefen Betrüger oft bei Senioren im Uelzener Ortsteil Veerßen an. Sie versuchten, Wertgegenstände und Geld zu erbeuten.

Uelzen/Landkreis – Wie die Polizei informiert, versuchten Betrüger an den vergangenen Tagen vermehrt im Landkreis und der Stadt Uelzen, vor allem von Senioren Geld und Wertgegenstände zu erbeuten.

Zum einen rufen die Täter bei den Senioren an und geben vor, Polizeibeamte zu sein.

Sie tischen den Senioren Geschichten auf: Bei überführten Einbrechern sei ein Notizzettel mit dem Namen und der Anschrift des Seniors gefunden worden. Nun wolle die Polizei weitere Straftaten verhindern und sei auf die Mitarbeit angewiesen. Der Täter fragt dann nach Wertgegenständen, Schmuck, Bargeld und Wertanlagen und bietet an, die Sachen „sicher“ bei der Polizei aufzubewahren.

Um an das Bankguthaben der Opfer zu kommen, seien einzelne Täter so dreist zu behaupten, dass es Hinweise auf Mittäterschaft von Bankmitarbeitern gebe. „Durch Manipulation kann auch eine falsche Telefonnummer, wie zum Beispiel die 111, angezeigt werden. Legen Sie bitte auf und benachrichtigen Sie die Polizei“, sagt Polizeisprecherin Antje Freudenberg. Täter hätten sich zuletzt auch als BKA-Präsident Holger Münch, Staatsanwälte, Bankmitarbeiter oder andere Amtspersonen ausgegeben. Freudenberg: „Die Opfer werden mit viel Einfallsreichtum in Angst und Schrecken versetzt.“

Tricks an Wohnungstür

Zum anderen klingeln die Täter an der Tür und geben vor, dass bei Nachbarn eingebrochen worden sei. Nun sei es erforderlich, auch im Haus des tatsächlichen Opfers die Fenster und Türen auf Einbruchspuren zu kontrollieren. In der Regel kämen dann zwei Täter, die sich als Kriminalbeamte vorstellen und daher auch keine Uniform trügen. Sie wiesen sich mit falschen Ausweisen oder falscher Kripo-Marke aus. Während der eine Täter mit dem Opfer Fenster für Fenster „nach Spuren absuche“, durchsuche der andere Täter in dieser Zeit die möglichen Verstecke nach Geld und Wertsachen. Der Dienstausweis in Niedersachsen ist grün und aus Papier. Bei der Überprüfung des Dienstausweises sollten sich die Bürger nicht hetzen lassen. Die Polizei rät, die Angaben des Dokuments in Ruhe zu kontrollieren. „Vergleichen Sie Foto und Person, ist der Druck sauber oder könnte es eine Kopie sein? Ist ein Stempel vorhanden?“, so Freudenberg.

Beharrliches Nachfragen schrecke Betrüger oft ab, auch zeigten Ganoven den Ausweis eher kurz vor, damit man ihn nicht so genau sehe. Bleiben Zweifel bestehen, sollte die Dienststelle angerufen werden, von der die Personen kommen, bevor man sie in die Wohnung lässt. Ist die Nummer der Wache auf die Schnelle nicht zu finden oder nicht zur Hand, können Bürger auch die 110 anrufen.

„Enkeltrick“ am Telefon

Weiter empfiehlt die Polizei, bei Anrufen angeblicher Verwandter („Enkel“) in finanzieller Notlage deren tatsächliche Telefonnummer zu wählen und den Sachverhalt zu klären. Die Angerufenen sollten keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben. Bei einem nicht zu klärenden Sachverhalt sollte die Polizei informiert und das weitere Vorgehen besprochen werden. Freudenberg: „Bitte erstatten Sie immer Anzeige. Nur so kann die Polizei den Tätern auf die Spur kommen.“

VON TIMO HÖLSCHER

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