Marktstraßen autofreie Zone – Poser sind wesentlicher Grund dafür

Quietschende Reifen, Motorengeheul: Polizei und Stadt Uelzen planen Gespräche mit Autoposer-Szene

Polizei hat Autoposer stärker im Blick
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Polizeikontrolle von stark motorisierten Fahrzeugen: Mit aufheulenden Motoren und quietschenden Reifen sind auch in Uelzen sogenannte Autoposer unterwegs. Jetzt wollen sich Polizei und Stadt mit dieser Szene befassen.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Polizei und Stadtverwaltung wollen sich gemeinsam der Autoposer-Szene widmen, die es in Uelzen gibt. Quietschende Reifen und Motorengeheul sind in der Innenstadt zu erleben. Man will das Gespräch suchen. 

  • Sogenannte Autoposer sind Hauptgrund dafür, warum Uelzens Marktstraßen in den Sommermonaten zur autofreien Zone erklärt wurden.
  • Stadt und Polizei Uelzen suchen jetzt das Gesrpäch mit der Szene.
  • Eine Garantie allerdings, dass man ins Gespräch komme, gebe es nicht. Es komme immer auf beide Seiten an.

Uelzen – Polizei und die Stadtverwaltung werden sich in den kommenden Wochen verstärkt der Uelzener Autoposer-Szene widmen. Das kündigt Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt gestern in einem Pressegespräch an. Unter anderem soll mit Mitgliedern der Szene das Gespräch gesucht werden. „Wir sollten diesen Weg gehen“, sagt Markwardt.

Wie berichtet, waren Fahrten mit quietschenden Reifen, aufheulenden Motoren und Musikbeschallung, ob nun alleine oder in Kolonne, wesentlicher Grund dafür, dass an den Sommer-Wochenenden nun Uelzens Marktstraßen zur autofreien Zone erklärt wurden. Anlieger wie Hotelbetreiber Alexander von Keller Szepesi hatte nach dem ersten Wochenende erklärt, dass nun Poser-Fahrten durch die Nebenstraßen erfolgten.

Bekannt ist zudem: Der Parkplatz an der Albrecht-Thaer-Straße, die Waschanlage an der Eschemannstraße und nicht zuletzt der Hammersteinparkplatz sind beliebte Treffpunkte für die Szene. Es erfolgen jeweils Fahrten dorthin.

Markwardt sagt gestern, es habe Gespräche mit dem Leiter des Uelzener Polizeikommissariats, Dieter Klingforth, gegeben, um auszuloten, wie mit der Situation umgegangen werden solle. Einen fertigen Plan könne er noch nicht präsentieren, so das Stadtoberhaupt. Aber er umreißt, welcher Weg eingeschlagen werden soll. Dabei soll es nicht nur um Repressalien, sondern auch um Prävention gehen.

Wie Markwardt sagt, sind Personalien von Szene-Mitgliedern bekannt. „Wir wollen einen Ansprechpartner finden“, so der Bürgermeister. Versucht werden solle dann in Gesprächen, mehr über die Motivation der Szene zu erfahren und was den Mitgliedern wichtig sei. Aufgezeigt werden solle dabei auch, was rechtlich möglich sei.

Markwardt hat früher selbst als Polizist gearbeitet, kann Beispiele aus der Fußball-Fan- und aus der Motorradszene schildern, bei denen ein solcher Austausch gefruchtet hat. „Wir verlieren nichts dabei“, sagt Markwardt. Eine Garantie allerdings, dass man ins Gespräch komme, gebe es nicht. Es komme immer auf beide Seiten an.

Das Stadtoberhaupt betont: „Wir werden jetzt nicht nur Streetworking machen. Wir werden auch deutlich sagen, was möglich ist und was nicht.“ Markwardt stellt in Aussicht, in der kommenden Woche nähere Auskünfte zum Vorgehen machen zu können. „Polizei und Stadt arbeiten Hand in Hand.“

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